Ausgabe 56 - 03.03.2017

UMSICHTEN - Berliner Newsletter zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz
Stiftung SPI, Clearingstelle - Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz

Inhaltsverzeichnis:

Herzlich Willkommen

Neues aus ...

Publikationen und Dokumentationen
(Evaluation des § 16a JGG / Kostenlose Materialien zu Rechtsextremen Inhalten im Social Web / BFG Nr. 61 Die Praxis der Prävention – Evaluationsstudien zu Berliner Maßnahmen und Projekten gegen Jugendgewalt – Zweite Folge)

Veranstaltungen und Termine
(Fachtag „Junge Geflüchtete im Jugendstrafverfahren“ / Mediation in Kita, Hort und Schule – Berufsbegleitende Fortbildung / Praxisseminar „Menschenwürde und Scham – Zum Umgang mit Scham und Beschämung in Schule und Jugendhilfe“)

Redaktionsschluss
(06. April 2017)

 

 

Herzlich willkommen zur 56. Ausgabe der UMSICHTEN!

Liebe Leserinnen und Leser der UMSICHTEN,

herzlich Willkommen zur 56. Ausgabe der UMSICHTEN, dem Berliner Newsletter zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz. Die erste Ausgabe des Jahres 2017 erscheint zwar etwas verspätet, erstrahlt dafür aber in einem neuen Layout. Die Homepage der UMSICHTEN wurde komplett überarbeitet. Eine solche Überarbeitung ist immer ein Prozess, der vor allem von den Rückmeldungen der Nutzerinnen und Nutzer lebt. Uns interessiert selbstverständlich, wie die Handhabung und Aufbereitung der Inhalte auf der UMSICHTEN Homepage bei Ihnen ankommen. Daher würden wir uns freuen, wenn Sie uns Ihre Meinungen zukommen lassen würden.

Auch in Zukunft werden wir Sie mit den neuesten Informationen, Publikationen, Veranstaltungen uvm. rund um das Thema der Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz in Berlin versorgen. Zudem soll der Newsletter weiterhin maßgeblich durch Ihre Beiträge und Ihr Feedback bereichert werden. Schicken Sie uns gerne Hinweise zu einer neuen Veranstaltung, Weiterbildung o. ä. oder berichten Sie über ein neues Projekt.

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge und wünschen Ihnen nun viel Freude beim Lesen der aktuellen Ausgabe der UMSICHTEN!

Mauri Paustian
Redaktion UMSICHTEN

 

 

Neues aus...

 
... der Justiz

Psychosoziale Prozessbegleitung
Seit dem 1. Januar 2017 haben besonders schutzbedürftige Geschädigte einen Anspruch auf professionelle Begleitung und Betreuung während des gesamten Strafverfahrens. Die „Psychosoziale Prozessbegleitung“ ist eine besonders intensive Form der Begleitung vor, während und nach der Hauptverhandlung. Sie umfasst die qualifizierte Betreuung, Informationsvermittlung und Unterstützung im Strafverfahren. Damit soll vor allem die individuelle Belastung der Opfer reduziert werden. Prozessbegleitung ersetzt also nicht die Anwältin oder den Anwalt. Es handelt sich hierbei vielmehr um eine nicht-rechtliche Begleitung und stellt damit ein zusätzliches Angebot für besonders schutzbedürftige Opfer dar. Die psychosozialen Prozessbegleiterinnen und Prozessbegleiter haben das Recht, bei Vernehmungen des Opfers dabei zu sein. Sie sind aber zur Neutralität gegenüber dem Strafverfahren verpflichtet. Ihre Aufgabe ist nicht die Aufklärung des Tatgeschehens. Die Prozessbegleiterin oder der Prozessbegleiter kann jederzeit als Zeugin bzw. Zeuge im Strafprozess vernommen werden. Ein Zeugnisverweigerungsrecht steht ihnen nicht zu. Insbesondere Kinder und Jugendliche, die Opfer von Gewalt- und Sexualdelikten geworden sind, haben einen Anspruch auf psychosoziale Prozessbegleitung. Dazu muss ein Antrag bei Gericht gestellt werden, welches bei Vorliegen der Voraussetzungen die Prozessbegleitung beiordnet. Die Ausführung der psychosozialen Prozessbegleitung ist Ländersache. In Berlin wurde im Februar 2017 über den Gesetzesentwurf abgestimmt. Dieser sieht unter anderem Regelungen dazu vor, welche Voraussetzungen für die Anerkennung von Prozessbegleiterinnen und Prozessbegleitern sowie für die Aus- und Weiterbildung erfüllt sein müssen und wer in Berlin für die Anerkennungen zuständig ist.

Info: http://www.bmjv.de/DE/Themen/OpferschutzUndGewaltpraevention/Prozessbegleitung/Prozessbegleitung_node.html

Gesetzesentwurf: https://www.parlament-berlin.de/ados/18/IIIPlen/vorgang/d18-0075.pdf

 
... anderen Bereichen

Nationales Zentrum Kriminalprävention
Das Nationale Zentrum Kriminalprävention (NZK) wurde auf Empfehlung der Arbeitsgruppe „Kriminalität und Sicherheit“ im Zuge des sogenannten Expertendialogs der Bundeskanzlerin im Jahr 2016 gegründet. Es ist organisatorisch und räumlich an das Deutsche Forum Kriminalprävention (DFK) angegliedert und besteht aus einem interdisziplinären Team, dem ein Fachbeirat und eine Steuerungsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Praxis zur Seite stehen. Das NZK ist ein wissenschaftlicher Fachdienst für Kriminalpolitik und Kriminalprävention. Es hat die Aufgabe, wissenschaftliche Befunde über die Wirksamkeit von kriminalpräventiven Maßnahmen für Politik und Praxis verwertbar zu machen. Die Hauptaufgabe des NZK besteht darin, Forschungssynthesen zu ausgewählten Teilbereichen der Kriminalprävention zu erstellen, die die wesentlichen Informationen eines Forschungsstandes übersichtlich zusammenfassen. Sie geben Auskunft über die wissenschaftlichen Methoden, mit denen kriminalpräventive Maßnahmen evaluiert wurden und zu welchen Ergebnissen die Evaluationen geführt haben. Die Ergebnisse zeigen, ob und wie stark eine evaluierte Maßnahme tatsächlich zur Reduzierung von Kriminalität beigetragen hat. Zudem sollen die Forschungssynthesen Auskunft darüber geben, welche Bereiche der Kriminalprävention wie gut evaluiert sind. Das NZK möchte dadurch mögliche Evaluationsdefizite aufdecken und bestehendes Wissen für Politik und Praxis besser nutzbar machen. Die vorläufigen Themenschwerpunkte des NZK sind: Islamische Radikalisierung, junge Mehrfachtäter und Sexualstraftäter. Die Themen rechte und linke Gewalt sowie Hooliganismus sollen in Kürze folgen.

Info: http://www.nzkrim.de

 


Publikationen und Dokumentationen

Evaluation des § 16a Jugendgerichtsgesetz (JGG)
Im Jahr 2013 wurde der § 16a JGG (Jugendarrest neben Jugendstrafe) eingeführt. Die Regelung ermöglicht die Verhängung eines maximal vier Wochen langen Jugendarrestes neben einer zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe. Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen e. V. (KFN) und die Universität Kassel wurden mit einer umfassenden Evaluation der Neuregelung beauftragt. Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) hat nun erste Ergebnisse einer Untersuchung zur Evaluation veröffentlicht. Die Forscher- und Forscherinnengruppe hat u. a. herausgefunden, dass es erhebliche regionale Unterschiede bei der Anwendung des § 16a JGG gibt. Diese würden sich zum momentanen Zeitpunkt jedoch noch kaum begründen lassen. Eine klare Zielgruppe sei zudem nicht erkennbar. Auch ließe sich jedenfalls bisher nicht feststellen, dass der § 16a JGG signifikant verbesserte Legalbewährungseffekte habe. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weisen jedoch darauf hin, dass die Laufzeit des Projektes begrenzt war, sodass nicht alle möglichen Datenauswertungen bis zur Erstellung des Abschlussberichtes durchgeführt werden konnten. Es seien daher weitere Auswertungen geplant. Über die Seite des BMJV kann sowohl der Kurzbericht als auch der Abschlussbericht sowie ein Thesenpapier zum Thema heruntergeladen werden.

Info: http://www.bmjv.de/DE/Ministerium/ForschungUndWissenschaft/JGG/JGG_node.html

Kostenlose Materialien zu Rechtsextremen Inhalten im Social Web
Jugendschutz.net, die Bundeszentrale für politische Bildung, und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) haben in Berlin über aktuelle Erkenntnisse, Zahlen und Materialen informiert. Es ging dabei um die Fragen, wie beispielsweise Fake-News und Lifestyle-Elemente als Türöffner für menschenverachtende Propaganda genutzt werden. Bei den vorgestellten Materialien handelt es sich z. B. um das Poster "Achtung Hinterhalt", welches Tipps bietet, wie Jugendliche rechtsextreme Fake-News erkennen und sich dagegen wehren können. Das Poster und weitere Materialen stehen zum kostenlosen Download auf der Seite des jugendschutz.net bereit.

Infos und Download: http://jugendnetz-berlin.de/de/aktuelles/neues/17-02-16-faltblatt-zum-umgang-mit-rechtsextremenfake-news.php 

BFG Nr. 61 Die Praxis der Prävention – Evaluationsstudien zu Berliner Maßnahmen und Projekten gegen Jugendgewalt – Zweite Folge
Die Landeskommission Berlin gegen Gewalt (LaKo) hat die 61. Ausgabe ihrer Publikationsreihe Berliner Forum Gewaltprävention (BFG) veröffentlicht. Der Bericht, der unter dem Titel „Die Praxis der Prävention – Evaluationsstudien zu Berliner Maßnahmen und Projekten gegen Jugendgewalt – Zweite Folge“ erschienen ist, wurde von Albrecht Lüter, dem Leiter der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention, herausgegeben. Der Bericht stellt, wie bereits die Nummer 57 des BFG, Evaluationsergebnisse zu verschiedenen Berliner Präventionsprojekten vor. Untersucht wurden die Projekte „Messer machen Mörder – Eine Gewaltpräventionsmaßnahme der Berliner Polizei“, „Jugendgewalt und Prävention im sozialen Brennpunkt. Die Köllnische Heide in Berlin-Neukölln“, „Gemeinsam gegen Gewalt. Gewaltprävention an der Berliner Magnolienschule“ sowie „Das systemisch-lösungsorientierte Antigewalttraining TESYA® – Ein genderreflektiertes Angebot für Jugendliche.“ Der Bericht kann auf der Seite der LaKo kostenlos heruntergeladen werden.

Info und Download: https://www.berlin.de/lb/lkbgg/publikationen/berliner-forum-gewaltpraevention/2016/artikel.517540.php

 

Veranstaltungen und Termine

Fachtag „Junge Geflüchtete im Jugendstrafverfahren“
Die Clearingstelle – Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz veranstaltet einen Fachtag zum Thema „Junge Geflüchtete im Jugendstrafverfahren – Erfahrungen, Verfahrensweisen und Unterstützungsangebote". Die Veranstaltung soll für die Herausforderungen dieser speziellen Zielgruppe sensibilisieren und sie unter inklusiven Blickwinkeln betrachten. Des Weiteren geht es um die konkrete Klärung von Zuständigkeiten und Fragen sowie den interdisziplinären Austausch zwischen den Berufsgruppen mit ihren unterschiedlichen Wahrnehmungen der jungen Menschen. Der Fachtag findet am Freitag, den 7. April 2017 von 09:00 bis 16:30 Uhr im Roten Rathaus, Jüdenstraße 1, 10178 Berlin statt. Sie ist als Lehrerfortbildung anerkannt (Kursnummer 17.1-2017). Eine Anmeldung ist über das Anmeldeformular noch bis zum 19. März 2017 möglich. Weitere Informationen zum Fachtag und den genauen Ablaufplan finden Sie auf den Seiten der UMSICHTEN unter Veranstaltungen. Im Rahmen des Fachtages führt die Clearingstelle eine Abfrage durch, die auch ausgefüllt werden darf, wenn Sie am Fachtag nicht teilnehmen können.

Hinweise zum Fachtag: http://www.clearingstelle-netzwerke-zur-praevention.de/veranstaltungen/fachtag-junge-gefluechtete-im-jugendstrafverfahren.html 
Anmeldung: http://www.clearingstelle-netzwerke-zur-praevention.de/veranstaltungen/anmeldung-zum-fachtag.html
Abfrage: https://www.surveymonkey.de/r/KQNCDPR 

Mediation in Kita, Hort und Schule – Berufsbegleitende Fortbildung
Die Stiftung SPI bietet eine berufsbegleitende Fortbildung zum Thema Mediation in Kita, Hort und Schule an, die sich an den Richtlinien und Standards des Bundesverbandes für Mediation orientiert. Inhalte der Fortbildung sind unter anderem Strategien der Konfliktregelung, Mediation als Verfahren zur Konfliktbearbeitung und Mediationsmethoden und -techniken. Die mehrtätige Fortbildung richtet sich an in Schulen tätige Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Pädagogen und Pädagoginnen, an Schule interessierte engagierte Eltern sowie Erzieher und Erzieherinnen im Hort- und Freizeitbereich von Schulen. Nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung und Durchführung eines Trainings für Schülermediatorinnen und -mediatoren von mind. 40 Stunden kann beim Bundesverband Mediation ein Antrag auf Anerkennung als Schulmediatorin BM / Schulmediator BM gestellt werden. Der nächste Kurs beginnt im April 2017. Eine Bewerbung ist noch möglich. Den Umfang, die Termine und weitere Informationen zur Weiterbildung erhalten Sie auf der Homepage der Fachschulen der Stiftung SPI.

Kontakt:
Stiftung SPI
Fachschulen, Qualifizierung & Professionalisierung
Hallesches Ufer 32 – 38
10963 Berlin
Telefon: 030 2593739-0
Fax: 030 2593739-50
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
Info: http://www.spi-fachschulen.de/weiterbildungen-schulungen/kinder-jugendhilfe/mediation-in-kita-hort-und-schule/

Praxisseminar „Menschenwürde und Scham – Zum Umgang mit Scham und Beschämung in Schule und Jugendhilfe“
Das Berliner Institut für Soziale Kompetenz & Gewaltprävention e. V. (BISG) bietet in der Zeit vom 25.04. bis 26.04.2017 das vorgenannte Seminar an. Das Seminar richtet sich an Lehr- und Fachkräfte aus den Bereichen Schule, Soziale Arbeit, Pädagogik und Psychologie sowie an alle, die mit Menschen arbeiten. Leitung des Seminars hat Dr. Stephan Marks. Im Seminar werden (aus Sicht von Psychologie, Sozialpsychologie und Gehirnforschung) die grundlegenden Informationen über Scham vermittelt und anhand der Erfahrungen der Teilnehmenden reflektiert. Daran anknüpfend werden Wege erarbeitet, mit dieser „schwierigen“ Emotion in der individuellen Alltagspraxis konstruktiv umzugehen. Auf die Praxisrelevanz wird besonderes Augenmerk gelegt.

Informationen, Kontakt und Anmeldung: http://www.soziales-training.de

Ausstellung „ZwischenWelten“
Der Streetwork-Verein Gangway e. V. hat gemeinsam mit der Jugendstrafanstalt Berlin am 22. Februar 2017 die Wanderausstellung „ZwischenWelten“ eröffnet. Bei dem Projekt haben sich junge Männer in der Jugendstrafanstalt Berlin und bei Gangway e. V. innerhalb von vier Monaten damit auseinandergesetzt, was es bedeutet, zwischen den Welten oder in „ZwischenWelten“ zu leben, die Unsicherheiten auszuhalten, neue Ziele zu finden und selbstbestimmt die eigene Zukunft zu gestalten. Die Wanderausstellung ist zurzeit in der Jugendstrafanstalt ausgestellt. Es werden jedoch noch weitere Ausstellungsorte gesucht.

Infos: http://gangway.de/ausstellung-zwischenwelten-ein-projekt-innerhalb-und-ausserhalb-der-gefaengnismauern/

 

 

Redaktionsschluss

Die nächste Ausgabe der UMSICHTEN erscheint im April 2017. Redaktionsschluss ist der 06. April 2017; bitte reichen Sie Ihre Beiträge bis zu diesem Termin hier ein.


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