Ausgabe 60 - 19.12.2017

UMSICHTEN - Berliner Newsletter zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz
Stiftung SPI, Clearingstelle - Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz

Inhaltsverzeichnis:

Herzlich Willkommen

Erfahrungsberichte
(Startpunkt – ein Projekt von Gangway e. V. in der Jugendstrafanstalt Berlin)

Neues aus ...

  • der Jugendhilfe
    (Gewaltdelinquenz und Alkohol im Jugendalter – Herausforderungen für die Jugendhilfe / ACT e. V. – Führe Regie über dein Leben)
  • anderen Bereichen
    (10 Fragen – 10 Antworten aus der Schweiz zur Bewährungshilfe)

Publikationen und Dokumentationen
(Arbeitshilfe zur Bleiberechtsregelung / Gewaltprävention und soziale Kompetenzen in der Schule / Vielfalt im Klassenzimmer – Wie Lehrkräfte gute Leistung fördern können / Tagungsbände aller vergangenen Jugendgerichtstage / Handbuch Resozialisierung / Neuauflage „Krisennotdienste für Kinder und Jugendliche auf einen Blick“)

Veranstaltungen und Termine
(Jugendstrafrecht ist Jungenstrafrecht – Zu Männlichkeit und Geschlechterrollen im Kontext von Delinquenz / e-Learning Kurs „Trauma im Kontext Flucht und Asyl“ / Wissen, was wir tun – Haltung und Handeln in der Sozialen Arbeit mit straffällig gewordenen Menschen / Save the Date – Fachtag zum Thema öffentlicher Raum und Verdrängung)

Redaktionsschluss
(31. Januar 2018)

 

 

Herzlich willkommen zur 60. Ausgabe der UMSICHTEN!

 

Liebe Leserinnen und Leser der UMSICHTEN,

die letzte Ausgabe der UMSICHTEN für das Jahr 2017 ist noch einmal vollgepackt mit Neuigkeiten aus dem Bereich der Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz. Wir informieren Sie in der Weihnachtsausgabe gleich über mehrere interessante Projekte aus den Bereichen der Jugendhilfe sowie einem Projekt aus der Schweiz. Zudem gibt es wieder einen Erfahrungsbericht von einem Berliner Projekt, welches im Rahmen der Straffälligenhilfe arbeitet. Neben vielen interessanten Hinweisen zu aktuellen Publikationen haben wir des Weiteren wieder einige spannende Veranstaltungstipps für das kommende Jahr für Sie zusammengestellt.

Das Team der Clearingstelle – Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz der Stiftung SPI möchte sich an dieser Stelle für Ihre Treue bedanken. Wir wünschen Ihnen eine stressfreie und gemütliche Weihnachtszeit. Rutschen Sie gut ins Neue Jahr!

Wir freuen uns darauf, Sie auch im nächsten Jahr über interessante Entwicklungen im Bereich der Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz zu informieren.

Das Team der Clearingstelle!

Mauri Paustian
Redaktion UMSICHTEN

 

Erfahrungsberichte

Startpunkt – ein Projekt von Gangway e. V. in der Jugendstrafanstalt Berlin
Seit Juni 2011 bietet das Team STARTPUNKT des GANGWAY e. V. Beratung und Begleitung für inhaftierte Jugendliche und Heranwachsende an, die sogenannte "Endstrafer" sind. Diese Jugendlichen müssen ihre Strafe bis zum letzten Tag verbüßen und werden dann in die Freiheit entlassen. STARTPUNKT bereitet aus dem Blick der Jugendhilfe heraus und in enger Zusammenarbeit mit der Jugendstrafanstalt Berlin (JSA Berlin) die strukturierte Entlassung der jungen Inhaftierten bereits in der Haftzeit vor (freiwillige Teilnahme). Das geschieht unter Einbeziehung und Rücksprache mit den jeweils fallbezogen zuständigen Jugendämtern und den Jugendhilfen im Strafverfahren (JuHiS). Ab dem Tag der Entlassung werden die jungen Inhaftierten intensiv in ein selbstbestimmtes und legales Leben begleitet. Darüber hinaus werden seit August 2017 Jugendliche und Heranwachsende in der Untersuchungshaft unterstützt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne Bewährungsauflage aus dem Gerichtssaal entlassen werden. Anders als in der Arbeit mit den „Endstrafern“ ist der Zeitraum bis zur Haftentlassung mitunter wesentlich kürzer, was für alle Beteiligten (JSA Berlin, JuHiS, Soziale Wohnhilfe, aufnehmende Träger bzw. Institutionen etc.) ein noch höheres Maß an Flexibilität erfordert, um den bestmöglichen sozialen Empfangsraum vorzubereiten. Besonders für die Zielgruppe der nach der Entlassung meist volljährigen geflüchteten Menschen stellt die Organisation eines stabilen Netzwerkes eine besondere Herausforderung dar, da diese öfter von Abschiebung bedroht sind und weiterführende Hilfen nicht greifen. Stationäre Angebote der Jugendhilfe werden in diesem Zusammenhang nur in äußerst seltenen Fällen noch bewilligt. Sogar für die einfache Unterbringung über die Sozialämter oder das Landesamt für Flüchtlinge (LAF) ist zurzeit viel Geduld und eine längerfristige Begleitung notwendig. Hinzu kommt, dass einige eine sogenannte Residenzpflicht in anderen Bundesländern haben, sich aber vor der Inhaftierung in Berlin aufhielten. Um diesen jungen Menschen ein gültiges Aufenthaltspapier der zuständigen Ausländerbehörden, eine Unterbringung, Sozialleistungen sowie zum Beispiel einen Deutschkurs zu ermöglichen, organisiert und/oder begleitet STARTPUNKT die Fahrt dorthin. Vor allem bei einer Saalentlassung kommt es vor, dass die jungen Menschen orientierungs- und mittellos vor dem Gericht stehen und nicht wissen, wie es weitergeht. In dieser Situation kommt häufig nur die Begleitung in ein Wohnheim für Obdachlose in Frage. Diese Plätze in einer sogenannten ASOG-Einrichtung sind jedoch rar. Die zuständigen Behörden (Sozialamt/Jobcenter) sind zum Zeitpunkt der Entlassung aus dem Gerichtssaal bereits meist geschlossen, so dass STARTPUNKT organisatorisch besonders gefordert wird. Darüber hinaus wird STARTPUNKT Gruppenangebote während fester Präsenzzeiten in den Häusern der Untersuchungshaft anbieten.

Info und Kontakt:
Team Startpunkt
Gangway e. V.
Anne Killmann: 0176/32 66 34 45
Marlene Greger: 0160/94 63 17 63
Matthias Gutjahr: 01578/59 44 583
Büro: 030/47 03 37 48
Tel. JSA: 030/90 144 29 28
www.gangway.de/startpunkt

 

Neues aus...

 

... der Jugendhilfe

Gewaltdelinquenz und Alkohol im Jugendalter – Herausforderungen für die Jugendhilfe
Das Projekt „Gewaltdelinquenz und Alkohol im Jugendalter – Herausforderungen für die Jugendhilfe“ der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention des Deutschen Jugendinstituts (DJI) widmete sich in den letzten zwei Jahren vor allem der Forschungsfrage, welche Bedeutung Alkohol für die Gewaltdelinquenz im Jugendalter hat. Im Hinblick darauf wurde erforscht, was vielversprechende Präventionsansätze an den Schnittstellen von Jugendhilfe und der Suchthilfe sein können. Im November dieses Jahres wurden erste empirische Ergebnisse der Studie vorgestellt und im Rahmen eines Validierungsworkshops mit Expertinnen und Experten der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Suchthilfe im DJI diskutiert und der Fachpraxis zurückgekoppelt. Ein erstes Ergebnis der Studie ist, dass die institutionelle Praxis den Fokus häufig entweder nur auf Alkohol oder nur auf Gewalt legt, wenn alkoholbedingte Straftaten im Jugendalter auftreten. Die Expertinnen und Experten sehen die Weiterentwicklung übergreifender Kooperation zwischen Jugendhilfe und Suchthilfe als elementar an. Dadurch können sowohl die Angebotsstruktur als auch das Passungsverhältnis von Angeboten und Bedarfen der Jugendlichen verbessert werden. Im ersten Halbjahr 2018 wird ein abschließender Forschungsbericht erscheinen, in dem die Projektergebnisse präsentieret werden.

Info: https://www.dji.de/medien-und-kommunikation/news/news/article/gewalttaten-jugendlicher-und-alkoholkonsum.html 

ACT e. V. – Führe Regie über dein Leben
ACT e. V. – Führe Regie über dein Leben ist ein gemeinnütziger und anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Er hat sich zur Aufgabe gemacht, eine Form der Bildung zu erschaffen, die auf die Impulse der Zeit reagiert. Komplexität und Vielfalt sollen nicht problematisiert, sondern konstruktiv genutzt und erlebt werden. Kinder und Jugendliche sollen die Möglichkeit bekommen, die Perspektive zu verändern und Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Es werden sogenannte Räume der Freiheit erschaffen. Räume, in denen sich die Schüler/innen geborgen fühlen. ACT steht für Anerkennung, Communication, Teilhabe und gemeinsame Erfahrungen und Erlebnisse mit einem gemeinsamen Ziel. Maike Plath, Lehrerin, Autorin und Theaterpädagogin entwickelte während ihrer Zeit an einer Neuköllner Hauptschule das „Theatrale Mischpult“. Innerhalb der letzten 13 Jahre hat sie davon ausgehend ein komplexes, wirksames Konzept ausgearbeitet, das in sieben Publikationen vorliegt. 2013 gab Maike Plath ihre Verbeamtung auf und leitet seitdem mit Stefanie López (Vereinsgründerin und Geschäftsführung) und Anna Maria Weber (Öffentlichkeitsarbeit) den gemeinnützigen Verein ACT. Die Grundprinzipien von ACT lassen sich interdisziplinär auf zahlreiche Lern- und Gestaltungsprozesse übertragen. Als Basis und Startpunkt aller Lernprozesse setzt ACT auf die Spielform Theater als – wie sie sagen – das wirksamste Bildungsmittel unserer Zeit. ACT kooperiert bereits mit verschiedenen Schulen in Berlin. Zusätzlich gibt es das sogenannte ACT_Lab, welches jeden Tag von 17-20 Uhr geöffnet hat und offen für alle Kinder und Jugendlichen ist. Alle Angebote sind kostenfrei. Zudem können sich Lehrende und Erwachsene bei unterschiedlichen Workshops weiterbilden. Diese Angebote sind kostenpflichtig und fließen zu 100 Prozent in die Vereinsarbeit ein. Mehr Informationen zu diesem Projekt finden sie auf der Vereinsseite.

Info: https://act-berlin.de/


... anderen Bereichen

10 Fragen – 10 Antworten aus der Schweiz zur Bewährungshilfe
Das „Schweizerische Ausbildungszentrum für das Strafvollzugspersonal“ hat in Zusammenarbeit mit der „Confederation of European Probation“ ein neues Themendossier erstellt. Damit ist nun das vierte Themendossier veröffentlicht. Die vorherigen Dossiers widmeten sich den Themen Vulnerabilität im Justizvollzug also der Situation von psychisch Kranken, Ausländerinnen und Ausländern, Älteren und Betagten sowie sexuellen Minderheiten im Freiheitsentzug, dem Übergangsmanagement im Vollzug (wobei hier auch ein Praxisbeispiel aus der Jugendstrafanstalt Berlin zu sehen ist) sowie der Berufswahl der Fachkräfte für den Justizvollzug. Das aktuellste Themendossier widmet sich dem Thema Bewährungshilfe. Die vorzufindenden Texte stammen von Wissenschaftler/innen aus Großbritannien, den USA, Belgien und Rumänien und beantworten 10 Fragen zum Themenkomplex. Alle vier Themendossiers sind eigenständige Websites, die sich durch eine Verbindung von verschiedenen Elementen wie Texte, Bilder und Filme auszeichnen. Sie sollen auf grundlegende Aspekte und aktuelle Fragen aufmerksam machen und gleichzeitig keine vorgefertigten Antworten liefern. Vielmehr verbinden sie theoretische und praktische Ansätze. Dies soll Raum für neue Lösungsansätze im Justizvollzug eröffnen.

Info: https://www.prison.ch/de/themen/themendossiers 
Themendossier zum Thema Bewährungshilfe: https://stories.prison.ch/de/probation-works/einleitung/


Publikationen und Dokumentationen

Arbeitshilfe zur Bleiberechtsregelung
Der Paritätische Gesamtverband hat eine Arbeitshilfe zur Bleiberechtsregelung gemäß §§ 25a und b des Aufenthaltsgesetzes und ihrer Anwendung herausgegeben. Der Autor, Volker Maria Hügel vom GGUA Flüchtlingshilfe e. V., bietet gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen Fortbildungen und Qualifizierungen zu den Bereichen, Aufenthalts- und Asylrecht und Migrationssozialrecht an. Nun hat er eine praxisorientierte Arbeitshilfe geschrieben, in welcher die Paragrafen über die Aufenthaltsgewährung bei gut integrierten Jugendlichen und Heranwachsenden und die Aufenthaltsgewährung bei nachhaltiger Integration genauer erläutert sowie anschauliche Hinweise für die Beratungspraxis gegeben werden. Was genau bedeutet beispielsweise eine „positive Integrationsprognose“ und welchen Einfluss haben begangene und geahndete Straftaten von jungen Geflüchteten auf die Aufenthaltsgewährung? Die Arbeitshilfe richtet sich insbesondere an Beraterinnen und Berater, die langjährig geduldete Menschen
betreuen bzw. beraten.

Download: http://news.bagkjs.de/media/raw/arbeitshilfe_bleiberecht_paritaet.pdf  

Gewaltprävention und soziale Kompetenzen in der Schule
In der Neuerscheinung von Roland Büchner, Dr. Heinz Cornel und Stefan Fischer widmen sich die drei Autoren dem Thema Gewaltprävention und soziale Kompetenzen in der Schule. In den einzelnen Kapiteln werden neue Handlungsstrategien und innovative Praxismodelle vorgestellt. Die Autoren zeigen auf, wie durch frühzeitiges und gezieltes Handeln durch Respekt, Wertschätzung und transparente Konsequenz die soziale Kompetenz von Schülerinnen und Schülern gestärkt und somit Gewaltprävention gefördert werden kann. Ergänzt werden die vorgestellten Konzepte durch Übungen, Arbeitsmaterialien und praxisnahe Beispiele.

Info: https://www.kohlhammer.de/wms/instances/KOB/appDE/Paedagogik/Neuerscheinungen/Gewaltpraevention-und-soziale-Kompetenzen-in-der-Schule-978-3-17-032711-5/ 

Vielfalt im Klassenzimmer – Wie Lehrkräfte gute Leistung fördern können
Das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung, welches an der
Humboldt-Universität zu Berlin (HU) angesiedelt ist und der Forschungsbereich beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) haben ein gemeinsames Forschungsprojekt durchgeführt, welches von der Stiftung Mercator gefördert wurde. In diesem Projekt wurde innerhalb von drei Teilmodulen untersucht, inwiefern Leistungserwartungen von Lehrkräften den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund beeinflussen und wie negativen Effekten entgegengesteuert werden kann. Studienmodul A ging der Frage nach, wie Lehrkräfte bestimmte Aspekte kultureller Vielfalt einschätzen. Studienmodul B untersuchte die zu erwartenden Leistungen der Schüler/innen, inwieweit diese das Handeln der Lehrkräfte beeinflussen und ob darüber ethnische Ungleichheiten verstärkt werden. Bei Studienmodul C stand die Intervention der Schüler/innen im Fokus. Hierbei ging es um „bessere Schulleistungen durch Selbstbestätigung“. Die Studie steht auf der Homepage des SVR zum kostenlosen Download bereit.

Info und Download: https://www.svr-migration.de/publikationen/vielfalt-im-klassenzimmer/

Tagungsbände aller vergangenen Jugendgerichtstage
Die Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfe e. V. (DVJJ) richtet alle drei Jahre den Deutschen Jugendgerichtstag aus. Hierbei handelt es sich um eine der zentralen Tagungen für alle mit Jugendkriminalrecht befassten Berufsgruppen. Wir berichteten in den letzten Ausgaben der UMSICHTEN über den kürzlich stattgefundenen Deutschen Jugendgerichtstag in Berlin. Neu ist, dass ab sofort alle verfügbaren Tagungsbände der vergangenen Jugendgerichtstage kostenlos heruntergeladen werden können, beginnend mit dem ersten Jugendgerichtstag 1909.

Info und Download: http://www.dvjj.de/jugendgerichtstage/tagungsbaende-jugendgerichtstage/tagungsbaende

Handbuch Resozialisierung
Aktuell erschienen ist die 4. vollständig überarbeitete Auflage des Handbuches „Resozialisierung“, herausgegeben von Prof. Dr. Cornel, Prof. Kawamura-Reindl und Prof. Dr. Sonnen. Das Buch vermittelt praxisorientierte interdisziplinäre Fachkenntnisse rund um das Thema Resozialisierung von Straffälligen. In der neuen Auflage wurde der Themenkomplex um die internationale Dimension, die Gestaltung von Übergängen, die Perspektiven eines Resozialisierungsgesetzes und um das Thema Opferhilfe erweitert. Das Handbuch versteht sich als Basislektüre und praktisches Nachschlagewerk und richtet sich in erster Linie an Studierende der Sozialen Arbeit, Erziehungs-, Rechts- und Sozialwissenschaften sowie an die Fachkräfte in der Justiz und der Straffälligenhilfe, in Jugendämtern und in Justizvollzugsanstalten. Es kostet 59,00 € und kann über den Nomos Verlag bezogen werden.

Info: http://www.nomos-shop.de/Cornel-Kawamura-Reindl-Sonnen-Resozialisierung/productview.aspx?product=26769

Neuauflage „Krisennotdienste für Kinder und Jugendliche auf einen Blick“
Seit über 15 Jahren werden die Plakate und Faltblätter „Krisennotdienste für Kinder und Jugendliche auf einen Blick“ über die Clearingstelle – Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz der Stiftung SPI veröffentlicht. Die neueste Auflage (erkennbar an der Farbe, aktuell Petrol mit roter Schrift) ist nun über die Clearingstelle zu beziehen. Die Faltblätter und Plakate liefern einen schnellen Überblick über Adressen und Telefonnummern für Kinder und Jugendliche in der Krise. Bei Interesse melden Sie sich bei den Mitarbeiterinnen der Clearingstelle. Im kommenden Jahr werden die Materialien zudem in mehreren Sprachen zur Verfügung stehen. Auch hierzu können Sie bereits Bestellungen aufgeben.

Infos und Kontakt:
Stiftung SPI
Geschäftsbereich Lebenslagen, Vielfalt & Stadtentwicklung
Clearingstelle – Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz
Frankfurter Allee 35-37, Aufgang C, 10247 Berlin
+49.0.30 44 90 15 4
+49.0.30 44 90 16 7 fax
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
www.stiftung-spi.de
 

Veranstaltungen und Termine

Jugendstrafrecht ist Jungenstrafrecht – Zu Männlichkeit und Geschlechterrollen im Kontext von Delinquenz
Die Evangelische Akademie Bad Boll veranstaltet in Kooperation mit der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e. V. (DVJJ) eine dreitägige Fachtagung zum Thema Männlichkeit und Geschlechterrollen im Kontext von Delinquenz. Auf der Tagung wird sich dem Phänomen, dass das Jugendstrafrecht in erster Linie ein Jungenstrafrecht ist, gewidmet. Dies wird aus unterschiedlichen Perspektiven kritisch diskutiert. Die Fachtagung richtet sich in erster Linie an Juristinnen und Juristen, Fachleute und Akteure in der Jugend- und Sozialarbeit, Sozialtherapie, Straffälligenhilfe, im Jugendstrafvollzug, in der Gefangenenseelsorge und in Beratungsstellen sowie rechtspolitisch und sozialpolitisch Interessierte und Engagierte. Die Tagung findet vom 23. bis 25. Februar 2018 an der Evangelische Akademie Bad Boll statt. Das Tagungsentgelt beträgt 80,00 € (exklusive Fahrt- und Übernachtungskosten). Das Tagungsprogramm und alle Informationen zur Anmeldung finden Sie auf der Seite der Veranstalterin.

Info: http://www.ev-akademie-boll.de/tagung/521118.html

e-Learning Kurs „Trauma im Kontext Flucht und Asyl"
Das Verbundprojekt „Shelter“ bietet zwei Online-Weiterbildungskurse zum Thema Trauma im Kontext Flucht und Asyl an. Der Kurs 1A richtet sich an therapeutisches Fachpersonal, das sich trotz fachlichem Vorwissen mehr therapeutische Handlungssicherheit in der Arbeit mit geflüchteten Patientinnen und Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) wünscht. Dieser Onlinekurs umfasst ca. 30 Stunden, die innerhalb eines halben Jahres bei freier Zeiteinteilung absolviert werden können. Der Kurs 1B richtet sich an nicht therapeutisch geschulte Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer aus dem pädagogischen Bereich, die mit Geflüchteten arbeiten. Dieser Onlinekurs umfasst ca. 10 Stunden, die innerhalb von 5 Monaten in freier Zeiteinteilung absolviert werden können. Inhalt der Weiterbildungen ist die Vermittlung von theoretischem Wissen zum Thema Traumata und deren Folgeerscheinungen. Zudem soll die Handlungskompetenz der Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer im Umgang mit traumatisierten Geflüchteten gestärkt werden. Das Projekt befindet sich noch in der Entwicklungsphase und wird wissenschaftlich durch eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Prof. Dr. Frank Neuner, Dipl. Psych. Laura Bebra Saupe und Angelina Höft, M.Sc. (Psychologie), begleitet. Der erste Testdurchlauf startete bereits in diesem Jahr. Eine Anmeldung für einen zweiten Testdurchlauf für das Jahr 2018 ist noch möglich.

Info: https://shelter-trauma.elearning-kinderschutz.de/ 

Wissen, was wir tun – Haltung und Handeln in der Sozialen Arbeit mit straffällig gewordenen Menschen
Die Stiftung „Das Rauhe Haus“ mit der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie in Hamburg richtet vom 08. bis 09.03.2018 die Tagung „Wissen, was wir tun – Haltung und Handeln in der Sozialen Arbeit mit straffällig gewordenen Menschen“ aus. Seit über 40 Jahren entwickelt sich die Soziale Arbeit auch in kriminalpolitischen Zusammenhängen als eigene Disziplin und Profession und hat eine spezifische Haltung und eigene Handlungskompetenzen entwickelt. Um einer verkürzten Sicht auf Risikoorientierung, Kontrolle, Selektion und Legalbewährung etwas entgegensetzen zu können, wird nun schon zum 3. Mal und in größerer Runde arbeitsfeldspezifisch beraten. Im Fokus steht dabei, wie die Soziale Arbeit mit straffällig gewordenen Personen innerhalb des Strafjustizsystems gestärkt werden kann. Es geht darum, wie straffällig gewordene Personen als Bürger und Staatsbürger mit Menschenrechten und Würde, mit Entwicklungspotentialen und Ressourcen, mit Hilfebedarf und einem verfassungsrechtlichen und sozialrechtlichen Anspruch auf Hilfe anerkannt werden können. Anhand von 4 Workshops und einem World Café sollen die professionellen Haltungen und ihre methodischen Grundlagen entsprechend dem heutigen fachlichen Niveau herausgearbeitet und erörtert werden. Unterschieden werden: Jugendhilfe und Jugendstrafrecht; Soziale Hilfe im Strafvollzug und zur Haftvermeidung; Soziale Dienste der Justiz sowie die Freie Straffälligenhilfe. Anmeldeschluss ist der 10. Januar 2018. Die Teilnahmegebühr beträgt 25,00 € (exklusive Fahrt- und Übernachtungskosten).

Info: http://www.dvjj.de/veranstaltungen/andere-veranstaltungen/tagung-wissen-was-wir-tun-haltung-handeln-der-sozialen-arbeit-mit-straffaellig

Save the Date – Fachtag zum Thema öffentlicher Raum und Verdrängung
Am 20. und 21. Februar 2018 findet der Fachtag „kreuz und quer, hin und her“ – Zwischen Platzverweisen, steigenden Mieten und Sozialarbeit“ statt. Die Clearingstelle – Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz der Stiftung SPI organisiert mit dem Arbeitskreis City-Bahnhöfe diesen an der Alice-Salomon-Hochschule stattfindenden Fachtag. Während des Fachtages wird das Thema öffentlicher Raum und Verdrängung aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Folgende Fragen stehen hierbei im Vordergrund: Wie hängt der öffentliche Raum mit Verdrängung zusammen? Was meinen wir (aus den unterschiedlichen Arbeitskontexten) mit Verdrängung und wie wird Verdrängung erlebt? Welche Mechanismen stehen hinter der Problematik? Welche Folgen hat Verdrängung im öffentlichen Raum für die Arbeit der Akteure vor Ort? Wie können die unterschiedlichen sozialen Zusammenhänge und die damit verbundenen Nutzungen des öffentlichen Raumes ohne Verdrängungseffekte nebeneinander existieren? Unter welchen Bedingungen kann der Wandel im öffentlichen Raum positiv gestaltet werden? Wie kann Verdrängung konstruktiv entgegen gewirkt werden? Welche Forderungen/Wünsche/Anregungen können generiert werden, um ein akzeptierendes Miteinander zu fördern? Neben wissenschaftlichen Vorträgen, zwei Arbeitsgruppen-Phasen, der Möglichkeit der Vernetzung und des Austausches sowie einem kulturellen Programm, wird es eine Fishbowl-Diskussion geben, zu welcher Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Praxis eingeladen sind. Der Fachtag richtet sich an Betroffene, (angehende) Praktiker/innen und Expertinnen und Experten aus der Sozialen Arbeit, Polizei und Wissenschaft sowie an Vertreter/innen der Politik. Die Einladung zum Fachtag wird im Januar verschickt. Wenn Sie in den Verteiler aufgenommen werden wollen, senden Sie eine Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Weitere Informationen zum Fachtag werden zeitnah auf der UMSICHTEN Homepage veröffentlicht.

Info und Kontakt:
Stiftung SPI
Geschäftsbereich Lebenslagen, Vielfalt & Stadtentwicklung
Clearingstelle – Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz
Frankfurter Allee 35-37, Aufgang C, 10247 Berlin
+49.0.30 44 90 15 4
+49.0.30 44 90 16 7 fax
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 
www.stiftung-spi.de
http://www.clearingstelle-netzwerke-zur-praevention.de/veranstaltungen.html

 

Redaktionsschluss

Die nächste Ausgabe der UMSICHTEN erscheint im Februar 2018. Redaktionsschluss ist der 31. Januar 2018; bitte reichen Sie Ihre Beiträge bis zu diesem Termin hier ein.



 

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