Ausgabe 3 - 25.01.2008

UMSICHTEN - Berliner Newsletter zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz
Stiftung SPI - Clearingstelle Jugendhilfe/Polizei

Inhaltsverzeichnis:

Herzlich Willkommen

Good Practice
(Graffitibeseitigung)

Neues aus ...

  • der Schule
    (Kooperationsverträge, Schulstationen)
  • der Jugendhilfe
    (Kreuzberger Präventionstag, Antigewalt- und Kompetenztraining, theaterpädagogische Gewaltprävention, KICK School Team)
  • der Polizei
    (Hospitationen, Polizei und Muslime)
  • der Justiz
    (Schwellentäter-Konzept, Schulversäumnisanzeigen, Jugendstrafvollzug)
  • anderen Bereichen
    (Jugendschutzgesetz)

Publikationen und Dokumentationen
(Bericht zur Innenministerkonferenz November 2007, Berliner Forum Gewaltprävention, Infoblatt Nr. 44)

Fördermöglichkeiten
(Präventions- und Ausgleichsfonds)

Veranstaltungen und Termine
(Jugendstrafrecht, Termine und Programm der DVJJ)

Redaktionsschluss

Herzlich willkommen zur dritten Ausgabe der UMSICHTEN!


Liebe Leserinnen und Leser der UMSICHTEN,

wir wünschen Ihnen allen ein gutes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr!
Sie erhalten heute die 3. Ausgabe der UMSICHTEN, dem Berliner Newsletter zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz. Für die nächste Ausgabe besteht wie gewohnt die Möglichkeit für Sie, selber Nachrichten zu verfassen und uns unter Ihr Beitrag zuzuleiten. Dasselbe gilt wie immer für hilfreiche Anmerkungen, Kritik, Lob und Verbesserungsvorschläge: Ihr Feedback ist uns sehr wichtig und hilft uns, die inhaltliche und technische Qualität der UMSICHTEN noch weiter zu optimieren.


Viel Spaß beim Lesen der dritten Ausgabe der UMSICHTEN wünscht Ihnen
das Team der Clearingstelle Jugendhilfe/Polizei

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Good Practice

Auf Initiative des Jugendamtes Marzahn-Hellerdorf sind zur Graffitibeseitigung Kooperationen zwischen mehreren Wohnungsbaugesellschaften und den Vereinen pad e.V. und MITTENDRIN in Hellersdorf e.V. entstanden. Jugendliche und Heranwachsene, die im Rahmen strafrechtlicher Verfahren die Weisung erhielten, pädagogisch betreute Arbeitsleistungen zu erbringen, können gemeinsam mit Sozialpädagogen/-innen der beiden Projekte unter anderem Graffiti-Schäden im Rahmen von Malerarbeiten beseitigen. Kernpunkte des Konzeptes sind eine angemessene Reaktion auf delinquentes Verhalten, der handlungsorientierte Ansatz bei den Arbeitseinsätzen sowie ein sozialpädagogisches und präventives Einwirken auf künftige Verhaltensweisen junger Menschen. Kontaktdaten: pad e.V., Herr Pfau: Tel. 030-92407353; Mittendrin in Hellersdorf e.V., Herr Kühn: Tel. 030-56591783. Allgemeine Informationen über die beiden Träger erhalten Sie unter www.padev.de und unter www.ev-mittendrin.de...

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Neues aus...

... der Schule

Kooperationsverträge Neuköllner Schulen - Polizei
Im Dezember haben zahlreiche Schulen aus dem Bezirk Neukölln Kooperationsverträge mit der Berliner Polizei abgeschlossen, weitere sind in Vorbereitung. Derzeit haben 45 Schulen in Neukölln und über 110 Schulen stadtweit Vereinbarungen zur Gewaltvorbeugung mit ihrem örtlichen Polizeiabschnitt unterzeichnet. Einen Beitrag dazu aus der Presse finden Sie z.B. unter www.taz.de... .

Zusätzliche Schulstationen für Neukölln
Um zunehmenden sozialen und schulischen Problemen entgegen zu wirken, werden im neuen Schuljahr sieben weitere Schulstationen im Bezirk Neukölln eröffnet. Darüber hinaus können trotz der Haushaltskürzungen die bestehenden Schulstationen in Steglitz-Zehlendorf erhalten werden. Damit wird es zukünftig 73 dieser Anlaufstellen für Schüler/innen, Eltern und Lehrer/innen in Berlin geben. Einen Presseartikel hierzu finden Sie z.B. unter www.tagesspiegel.de... .

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... der Jugendhilfe

Kreuzberger Präventionstag hat stattgefunden
Der Kreuzberger Präventionstag 2007 ist nunmehr dokumentiert. Die Dokumentation ist unter www.jugendrechtshaus-kreuzberg.de... abzurufen und enthält unter anderem eine Zusammenfassung der Arbeitsergebnisse. Als Ansprechpartner ist Herr Wolfram Englert vom Jugendhaus CHIP unter der Rufnummer 030-22503090 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar.

Neues Antigewalt- und Kompetenztraining beginnt
Gangway e.V. bietet jungen Männern im Alter von 17 bis 19 Jahren die Möglichkeit, in 15 Treffen ein gewaltfreies Leben zu erlernen und einzuüben. Der Kurs beginnt im März 2008; Anmeldungen sind noch bis zum 20.02.2008 möglich. Informationen gibt es unter www.gangway.de... .

Workshops zur Gewaltprävention
Unter dem Titel „Voll krass“ bietet die Kifrie-Medienwerkstatt des Nachbarschaftsheim Schöneberg e.V. theaterpädagogisch orientierte Präventionskurse für Schulklassen an. Der Workshop richtet sich an 13- bis 18-Jährige und gibt ihnen Hilfen im Umgang mit täglich erlebbarer Jugendgewalt. Nähere Informationen gibt es unter der Rufnummer 030-8554070 oder unter www.kifrie.de... .

KICK School Team – Trainingskurse für Schulklassen
Seit Beginn dieses Jahres bietet das Projekt „KICK School Team“ des Vereins für Sport und Jugendsozialarbeit interessierten Schulen die Möglichkeit, mehrtägige Trainingskurse für Schulklassen durchzuführen. Inhalte der Seminare sind u. a. der Umgang mit Gewalt und Konflikten, die Förderung der Teamfähigkeit sowie die Beschäftigung mit den Themen Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit. Alle Trainingskurse finden während der Schulzeit statt.
Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit wird auf den Bezirk Lichtenberg gelegt, wo die Kurse in Kooperation mit dem SportJugendClub Lückstraße durchgeführt werden. Interessierte wenden sich an Holger Grysczyk, KICK School Team im SportJugendClub Lückstraße, Lückstraße 18/19, 10315 Berlin, Tel: 030-52679947 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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... der Polizei

Hospitationen
Der Polizeipräsident in Berlin ermöglicht den Leitern/-innen der Kommissariate VB III 1, den Leitern/-innen der Operativen Gruppen Jugendgewalt und den stellvertretenden bzw. zukünftigen Führungskräften der genannten Bereiche Hospitationen in der Jugendhilfe. Koordinatorin der Hospitationen ist wie bisher die Clearingstelle Jugendhilfe/Polizei. Interessenten/-innen können unter der Rufnummer 030-4490154 Kontakt mit Frau von Walter aufnehmen.

Polizei und Muslime im Dialog
Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) will mit der neuen Initiative „Ihre Polizei – Im Dienst für die Menschen“ insbesondere den muslimischen Bevölkerungsanteil in der Bundesrepublik informieren. Im Mittelpunkt stehen die Rolle und die Aufgaben der Polizei in Deutschland. Mit einem Film, einer Broschüre und einer Kalenderkarte (jeweils in deutsch, türkisch und arabisch) haben Polizeibeamte/-innen Medien an der Hand, mit denen sie z.B. Moscheenvereine oder Migrantenverbände ansprechen und Kooperationen initiieren können. Informationen sind unter www.polizei-beratung.de... erhältlich.

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... der Justiz

Schwellentäter-Konzept ab Januar 2008
Für die Sachbearbeitung von Ermittlungsverfahren gegen junge Tatverdächtige an der Schwelle zu einer kriminellen Karriere wird seit Januar 2008 im gesamten Stadtgebiet das Schwellentäter-Konzept angewendet. Kern dieses Modells als Ergänzung des Intensivtäterkonzepts sind sogenannte täterorientierte Ermittlungen (TOE). Feste Sachbearbeiter/innen von Staatsanwaltschaft und Polizei sollen möglichst früh auf die jugendlichen Beschuldigten einwirken, um ein drohendes Abgleiten in eine sich verfestigende kriminelle Karriere zu verhindern. Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter www.berlin.de... .

Schulversäumnisanzeigen
Nach dem neuen Geschäftsverteilungsplan des Amtsgerichts Tiergarten werden Verfahren gegen Erwachsene wegen Ordnungswidrigkeiten nach § 126 Berliner Schulgesetz – also wegen eines Verstoßes gegen die Schulpflicht – ab 2008 nicht mehr wie bisher von Verkehrsrichtern/-innen, sondern von Jugendrichtern/-innen geführt. Durch diesen Zuständigkeitswechsel haben Jugendrichter/innen schon frühzeitig die Möglichkeit, Eltern von schuldistanzierten Kindern und Jugendlichen mögliche Konsequenzen ihres Verhaltens aufzuzeigen.

Jugendstrafvollzug gesetzlich geregelt
Das Berliner Abgeordnetenhaus hat am 06.12.2007 das neue Jugendstrafvollzugsgesetz verabschiedet. Die vorgegebenen Mindestanforderungen des Bundesverfassungsgerichts, welche die besonderen Anforderungen speziell im Strafvollzug von Jugendlichen und Heranwachsenden berücksichtigen sollen, sind im Berliner Jugendstrafvollzugsgesetz erfüllt. Neun Bundesländer haben unter der Federführung von Berlin und Thüringen einen einheitlichen Gesetzentwurf entwickelt. Kernpunkte sind u.a. die erzieherische Ausgestaltung des Vollzuges sowie eine intensivere Entlassungsvorbereitung zum Zweck einer besseren Resozialisierung junger Straftäter/innen. Zur Eindämmung von Cliquenbildung ist auch die Einführung einheitlicher Anstaltskleidung im Berliner Jugendstrafvollzugsgesetz geregelt. Informationen finden Sie unter www.berlin.de... .

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... anderen Bereichen

Strengere Regelungen des Jugendschutzgesetzes
Das Bundeskabinett hat am 19.12.2007 Verschärfungen des Jugendschutzgesetzes beschlossen, um den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor medialen Gewaltdarstellungen zu verbessern. Trägermedien wie beispielsweise Computerspiele, die besonders realistische und grausame Gewaltdarstellungen oder Tötungshandlungen beinhalten, können zukünftig als schwer jugendgefährdend eingestuft und damit gesetzlich indiziert werden. Die Änderungen treten nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens Anfang 2008 in Kraft. Detaillierte Informationen erhalten Sie unter www.bmfsfj.de... .

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Publikationen und Dokumentationen

Bericht zur Innenministerkonferenz November 2007
Unter dem Titel „Entwicklung der Gewaltkriminalität junger Menschen mit einem Schwerpunkt auf städtischen Ballungsräumen“ ist der Zwischenbericht der Bund-Länder-AG der Innenministerkonferenz erschienen. Darin ist zum Beispiel der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gewalttaten statistisch aufgezeigt. Außerdem sind verschiedene Handlungsempfehlungen entwickelt worden. Der Bericht ist abzurufen unter www.berlin.de... .

Intensivtäter in Berlin – Teil II
Unter dem Titel "Intensivtäter in Berlin - Teil II - Ergebnisse der Befragung von ‚Intensivtätern‘ sowie der Auswertung ihrer Schulakten“ hat die Landeskommission Berlin gegen Gewalt den zweiten Teil der von Prof. Dr. Claudius Ohder (Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege) durchgeführten Studie zu Intensivtätern/-innen in Berlin herausgegeben. Zu beziehen ist die Studie in Heft 33 der Reihe Berliner Forum Gewaltprävention unter www.berlin.de... .

Dokumentation der Tagung "Männliche Sozialisation und Gewalt - geschlechtsbewusste Arbeit mit Jungen - Kita, Schule, Jugendhilfe, Familie, Sport" ist erschienen
Die Landeskommission Berlin gegen Gewalt führte in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung 2006 eine Fachtagung durch, die sich unter dem Aspekt der Gewaltprävention mit einer geschlechtsbewussten Arbeit mit Jungen beschäftigte. Vorträge und Arbeitsergebnisse der Tagung sowie weiterführende Informationen sind im Berliner Forum Gewaltprävention Nr. 32 dargestellt. Die Dokumentation kann eingesehen werden unter www.berlin.de... .

Neues Infoblatt erschienen
Die Clearingstelle Jugendhilfe/Polizei hat ein neues Infoblatt veröffentlicht. Unter dem Titel „Handlungsstrategien von Sozialarbeit und Polizei auf öffentlichen Plätzen“ sind die Arbeitsergebnisse des Arbeitskreises City-Bahnhöfe zu diesem Thema dargestellt. Das Infoblatt ist zu beziehen unter www.stiftung-spi.de... .


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Fördermöglichkeiten

Präventions- und Ausgleichsfonds
Präventionsprojekte im Bezirk Tempelhof-Schöneberg können beim Präventions- und Ausgleichsfond (PAF Tempelhof-Schöneberg) einen Antrag auf Finanzierung stellen. Ebenso können hier Opfer von Gewalt und Diskrimierung eine finanzielle Unterstützung erhalten. Der PAF ist zu erreichen unter der Rufnummer 030-21753218 oder per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! . Weitere Informationen gibt es auf der Seite www.ges-ts.de... .

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Veranstaltungen und Termine

Diskussion über Verschärfung des Jugendstrafrechts
Die Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen (DVJJ), Landesgruppe Berlin, lädt am 12.02.2008 um 19:30 Uhr zu einer Diskussion mit der Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD), Andreas Grams (CDU) und Volker Ratzmann (Bündnis 90/Die Grünen) ein, in der es um die aktuellen Vorschläge zur Verschärfung des Jugendstrafrechts gehen wird. Veranstaltungsort ist das Rote Rathaus, Saal 338.
Weitere Themenabende der Berliner Landesgruppe der DVJJ finden im Jahr 2008 voraussichtlich an folgenden Abenden statt: 08.04.2008 um 19.30 Uhr, 04.06.2008 um 18.00 Uhr, 17.09.2008 um 19.30 Uhr, 18.11.2008 um 19.30 Uhr. Um zukünftig regelmäßig die Einladungen zu erhalten, werden Interessierte gebeten, ihre e-mail-Adresse unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! in den Verteiler aufnehmen zu lassen. (Quelle: Mitteilung der DVJJ-Landesgruppe Berlin)

Das bundesweite Veranstaltungsprogramm der DVJJ für das Jahr 2008 sowie die entsprechenden Anmeldeformulare finden Sie unter www.dvjj.de... .

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Redaktionsschluss

Die nächste Ausgabe der UMSICHTEN erscheint im März 2008. Redaktionsschluss ist der 14. März 2008; bitte reichen Sie Ihre Beiträge bis zu diesem Termin hier ein.

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