Ausgabe 20 - 10.09.2010

UMSICHTEN - Berliner Newsletter zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz
Stiftung SPI - Clearingstelle Jugendhilfe/Polizei

Inhaltsverzeichnis:

Herzlich Willkommen

Erfahrungsberichte
(Das TiK-Projekt der Berliner Polizei)

Publikationen und Dokumentationen
(Neues Infoblatt der Clearingstelle, Neuauflage der Standards zum Täter-Opfer-Ausgleich, Medienpaket „Weggeschaut ist mitgemacht“)

Veranstaltungen und Termine
(Tagung „Chancenlos, rechtlos und ausgeliefert?", Tagung „Justizvollzug und Strafrechtsreform im Bundesstaat“, „Jugendstrafrechtssysteme in Europa – Reformentwicklungen und Gute-Praxis-Modelle", „Vortrag „13. Kinder- und Jugendbericht“, Seminar „Netzwerke gestalten und moderieren“, Seminar „Krisenteams an Schulen“)

Redaktionsschluss

 

Herzlich willkommen zur 20. Ausgabe der UMSICHTEN!


Liebe Leserinnen und Leser der UMSICHTEN,

mit der nunmehr 20. Ausgabe der UMSICHTEN wünsche ich Ihnen eine interessante Lektüre und vorab einen angenehmen Start in den Herbst. Wie immer freue ich mich auf Ihre Hinweise und Beiträge, die Sie beispielsweise unter der Rubrik Erfahrungsberichte veröffentlichen können.

Kerstin Wilhelm
Redaktion UMSICHTEN

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Erfahrungsberichte

Das TiK-Projekt der Berliner Polizei
Initiiert durch die Bundesregierung und gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung erweiterten im Jahr 2003 die Polizeibehörden von Essen, Stuttgart und Berlin das bereits bestehende Projekt „Transfer interkultureller Kompetenz“ (TiK) auf die polizeiliche Arbeit in Stadtvierteln mit hohem Migrantenanteil. Im Mittelpunkt stand dabei zunächst die basisnahe Zusammenarbeit zwischen lokaler Polizei und dort ansässigen Moscheevereinen. Neben der Förderung des interkulturellen Verständnisses unter den Streifendienstbeamten/-innen durch Schulungsmaßnahmen vor Ort standen gemeinsam geplante und realisierte Maßnahmen zur Kriminalprävention im Vordergrund. Polizeiliche Informationsveranstaltungen zu Themen wie „Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Drogen“, „Hilfsangebote beim Auftreten häuslicher Gewalt“ oder zur „Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr“ wurden durchgeführt und neue Konfliktlösungsstrategien erprobt. Erste Erfolge stellten sich durch gemeinsam abgestimmte Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt durch kriminelle Jugendgruppen ein und führten zu einer Lageberuhigung in den betroffenen Kiezen. Aufgrund dieser positiven Erfahrungen wurde das Projekt ab dem Jahr 2005 sukzessive auf alle Berliner Polizeidirektionen ausgedehnt. Dabei wurden neue Teilprojekte entwickelt und in den Stadtteilen bereits bestehende, thematisch benachbarte Initiativen einbezogen. Aktuell bestehen unter dem „TiK-Dach“ 14 Teilprojekte – von der Kooperation mit der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde und der Yunus-Emre-Moschee über „Stopp Tokat“ und „Stark ohne Gewalt“ bis zu „Velomenal“ oder einem gemeinsamen Filmprojekt zum Thema „Vorurteile“. Nach nunmehr sieben Jahren „TiK“ ist festzustellen, dass die vielfältigen Initiativen wesentlich zu einem verbesserten interkulturellen Verständnis aller Beteiligten, zur Vertrauensbildung zwischen Polizeibeamten/-innen und Migranten/-innen sowie zu einer engmaschigeren Netzwerkstruktur bei der polizeilichen Aufgabenerfüllung beitragen. Mittlerweile besteht an dieser neuen Form polizeilicher Integrationsarbeit, insbesondere bei Polizeibehörden anderer Großstädte, großes Interesse. Am 26. und 27. Oktober findet im Berliner Hotel „Estrel“ eine bundesweite Fachtagung zu diesem Thema mit Referenten/-innen aus dem In- und Ausland statt.
Kontakt: TiK-Projektbüro unter Tel. 4664-200010/11

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Publikationen und Dokumentationen

Neues Infoblatt der Clearingstelle
Das neue Infoblatt Nr. 53 der Clearingstelle beschäftigt sich mit dem Thema „Straftaten als Hinweis auf eine Kindeswohlgefährdung“. Dr. Dr. Hauke Brettel von der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz differenziert in dem Text nach Straftaten ohne eine Kindeswohlgefährdung (KWG), neben und als Manifestation einer KWG. Außerdem geht er auf die Syndrome krimineller Gefährdung ein.
Info: http://www.stiftung-spi.de/download/sozraum/infoblatt_53.pdf


Neuauflage der Standards zum Täter-Opfer-Ausgleich (TOA)
Um dem Wandel der Praxis gerecht werden zu können, wurden die bestehenden Standards der Arbeit im Täter-Opfer-Ausgleich überarbeitet. Die so genannten TOA-Standards sind als Qualitätskriterien für die Praxis des Täter-Opfer-Ausgleichs nun in der 6. Auflage erschienen und beinhalten neben der detaillierten Beschreibung aller notwendigen Vorraussetzungen für einen TOA u.a. Nachbesserungen bei Fragen aus der Opferperspektive sowie neue Vorgaben für den Bereich der häuslichen Gewalt. Die bundesweit geltenden Standards wurden gemeinsam vom TOA-Servicebüro und der Bundes-arbeitsgemeinschaft TOA verabschiedet.
Info: http://toa-servicebuero.de/bibliothek/sort/9


Medienpaket „Weggeschaut ist mitgemacht"
Da fast jede vierte Gewalttat durch eine/n Tatverdächtige/n unter 18 Jahren begangen wird und zu den Opfern der jungen Täter/innen zumeist Gleichaltrige zählen, wurde nun ein Medienpaket zu dieser Thematik erstellt. Die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) verfolgt mit ihrem Medienpaket „Weggeschaut ist mitgemacht" das Ziel, bei Kindern und Jugendlichen eine Sensibilität für das Hinschauen und Helfen zu fördern. Das Medienpaket eignet sich für den Unterricht von Schülern/-innen ab zehn Jahren und besteht aus einem Film sowie einem beschreibenden Begleitheft. Die einzelnen Episoden befassen sich z. B. mit den Themen Alkohol und Gewalt sowie ausgewählten jugendtypischen Delikten, wobei auch mögliche Konsequenzen der Tat für Opfer und Täter im Fokus stehen. Das Medienpaket „Weggeschaut ist mitgemacht" kann kostenfrei online bestellt werden.
Info: https://www.polizei-beratung.de/mediathek/medienpakete/weggeschaut_ist_mitgemacht/
Kontakt: http://www.aktion-tu-was.de/service/medienpaket

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Veranstaltungen und Termine

Tagung „Chancenlos, rechtlos und ausgeliefert?"
Die Humanistische Union e.V. lädt zu einer Fachtagung ein, die Einblicke in neue Entwicklungen im Strafvollzug aus theoretischer und praktischer Sicht bieten möchte. Dabei soll u.a. Gewalt im Strafvollzug thematisiert werden. Die Veranstaltung mit dem Titel „Chancenlos, rechtlos und ausgeliefert?" wird vom 17.-18.09.2010 in der Universität Bremen stattfinden. Anmeldungen sind kurzfristig noch bis zum 10.09.2010 möglich.
Info und Kontakt: http://www.humanistische-union.de/typo3/ext/naw_...


Tagung „Justizvollzug und Strafrechtsreform im Bundesstaat“
Seit einer Reform der Gesetzgebungszuständigkeit von 2006 gelten mittlerweile in allen Bundesländern eigene Gesetze zum Jugendstrafvollzug. Der Zuständigkeitswechsel der Gesetzgebung für den Strafvollzug vom Bund auf die Länder hat jedoch viele regionale Unterschiede in der Strafrechtpraxis hervorgerufen. Die Kriminologische Zentralstelle in Wiesbaden (KrimZ) wird diesbezüglich vom 13.-14.10.2010 eine Fachtagung mit dem Titel „Justizvollzug und Strafrechtsreform im Bundesstaat“ durchführen, um mögliche Probleme der aktuellen Strafrechtpraxis zu thematisieren und eine Zwischenbilanz zum Strafvollzugsrecht als Landesrecht zu ziehen. Die Anmeldefrist endet am 05.10.2010.
Info und Kontakt: http://krimz.de/tagung10.html


„Jugendstrafrechtssysteme in Europa – Reformentwicklungen und Gute-Praxis-Modelle"
Vom 14.-15.10.2010 findet in Greifswald eine internationale Konferenz statt, die verschiedene Jugendstrafrechtssysteme aus mehreren Ländern Europas zum Gegenstand hat. Es wird die Möglichkeit geboten, sich gemeinsam mit internationalen Experten/-innen auszutauschen, u.a. zu Reformentwicklungen des Jugendstrafrechts in Europa, Beispielen positiver Modelle, negativer Erfahrungen aus der Praxis aber auch zu Familiengruppenkonferenzen. Diese internationale fachliche Zusammenkunft wird vom Lehrstuhl für Kriminologie an der Universität Greifswald in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern und der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e.V. (DVJJ e.V.), Regionalgruppe Mecklenburg-Vorpommern organisiert. Anmeldungen werden bis zum 05.10.2010 angenommen.
Info: http://www.fes.de/vera/vera_mcp.php
Kontakt: Friedrich-Ebert-Stiftung, Landesbüro Mecklenburg-Vorpommern, Frau Glende, unter Tel. 0385-512596 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Vortrag „13. Kinder- und Jugendbericht“
Das Vivantes Klinikum Berlin lädt innerhalb der Fortbildungsreihe „Meet the Expert“ zum Vortrag „13. Kinder- und Jugendbericht“ ein. Ergebnisse des aktuellen Kinder- und Jugendberichts, die auch für die Bereiche Psychiatrie, Psychotherapie und Jugendhilfe bedeutsam sind, sollen erläutert werden. So werden im Bericht neben Aspekten der Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe beispielsweise. auch mögliche Zusammenhänge zwischen gesundheitsrelevanten Auffälligkeiten und Delinquenz junger Menschen thematisiert. Die Veranstaltung bietet zudem Raum für Diskussionen über Kooperationsfragen zwischen der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Schule und der Jugendhilfe. Die Abendveranstaltung findet statt am 20.10.2010 ab 18:00 Uhr im Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Standort Landsberger Allee, Haus 20. Anmeldungen können ab dem 13.09.2010 getätigt werden.
Bericht: http://www.dji.de/bibs/13_Kinder_und_Jugendbericht_DRS_1612860.pdf
Kontakt: Vivantes Klinikum im Friedrichshain, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Frau Florin, unter 030-130238001 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Seminar „Netzwerke gestalten und moderieren“
Insbesondere bei der Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz, aber auch in vielen weiteren Arbeitsbereichen, sind das Zusammentreffen von Akteuren aus mehreren Berufsfeldern und damit die Netzwerkarbeit unabdingbar. Die Paritätische Akademie bietet am 10.11.2010 das Seminar „Netzwerke gestalten und moderieren“ in Heidelberg an. Ziel der Bildungsveranstaltung ist es, neben den Arten und dem Aufbau von Netzwerken auch Handwerkzeug für das Moderieren von Gremien zu vermitteln.
Info und Kontakt: http://www.paritaetische-akademie.de/?redirect=kurs.asp&Nr=6299


Seminar „Krisenteams an Schulen“
Interne Teams zur Bewältigung von Krisen und Problemlagen an Schulen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Eine Gruppe engagierter Mitarbeiter/innen einer Schule, bestehend aus Lehrkräften, Psychologen/-innen und Sozialarbeitern/-innen, kann in dieser praxisorientierten Fortbildung mit dem Titel „Krisenteams an Schulen“ lernen, gemeinsam Lösungen zur Prävention und Intervention von Krisen und Gewaltvorfällen für ihre Einrichtung zu entwickeln und umzusetzen. Das nächste freie Seminar findet vom 08.-09.12.2010 in Frankfurt/Main statt und wird vom Institut Psychologie und Bedrohungsmanagement ausgerichtet.
Info: http://www.institut-psychologie-bedrohungsmanagement.de/index.php?article_id=187&clang=0
Kontakt: Institut Psychologie und Bedrohungsmanagement unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Redaktionsschluss

Die nächste Ausgabe der UMSICHTEN erscheint im November 2010. Redaktionsschluss ist der 29.10.2010; bitte reichen Sie Ihre Beiträge bis zu diesem Termin hier ein.

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