Ausgabe 23 - 25.03.2011

UMSICHTEN - Berliner Newsletter zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz
Stiftung SPI - Clearingstelle Jugendhilfe/Polizei

Inhaltsverzeichnis:

Herzlich Willkommen

Erfahrungsberichte
(„KiG – Kiff im Griff“: Kurzintervention für delinquente Jugendliche und Heranwachsende mit Cannabismissbrauch)

Neues aus ...

  • der Schule
    (Gewaltpräventionsbericht 2009/2010)

Publikationen und Dokumentationen
(Aktualisierte Ausgabe „Erwischt – was nun?“; Programm Deutscher Präventionstag 2011; Dokumentation des 10. Berliner Präventionstages; „Evaluation und Qualitätsentwicklung in der Gewalt- und Kriminalitätsprävention“; Neue Ergebnisse einer Auswertung von Modellprojekten zur Steigerung von Erziehungs- und Konfliktlösungskompetenz; Dokumentation „Frühe Hilfen auch für Jugendliche? Gilt der Schutzauftrag § 8a SGB VIII bis zur Volljährigkeit?“)

Veranstaltungen und Termine
(„Eine Hand ist keine Faust“ 2011; Vortrags- und Diskussionsveranstaltung der DVJJ, Landesgruppe Berlin; „Datenschutz und berufliche Schweigepflicht in der sozialen Arbeit“; Seminare zur Beantragung von EU-Fördermitteln)

Redaktionsschluss

Herzlich willkommen zur 23. Ausgabe der UMSICHTEN!


Liebe Leserinnen und Leser der UMSICHTEN,

die Mitarbeiterinnen der Clearingstelle Jugendhilfe/Polizei wünschen Ihnen einen schönen Frühling und viel Spaß beim Lesen der 23. Ausgabe der UMSICHTEN, dem Berliner Newsletter zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz.

Kerstin Wilhelm
Redaktion UMSICHTEN

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Erfahrungsberichte

Vorstellung eines von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Referat für Kinder- und Jugenddelinquenz geförderten Projektes, das seit fünf Jahren erfolgreich etabliert ist.

„KiG – Kiff im Griff“: Kurzintervention für delinquente Jugendliche und Heranwachsende mit Cannabismissbrauch
Zielgruppe des Kursangebotes von „Kiff im Griff“ sind jugendliche und heranwachsende Probanden/-innen der Jugendbewährungshilfe mit einem auffälligen Cannabiskonsum, der ihre Mitarbeit in der Betreuung, ihr Legalverhalten und ihre soziale Integration beeinträchtigt. Zur Bearbeitung dieser Problematik wird von dem Jugendhilfeträger BalanX e.V. der Kurs „KiG – Kiff im Griff“ angeboten und im Auftrag der Jugendbewährungshilfe durchgeführt. Der Zusammenhang von Cannabiskonsum und Straffälligkeit wird häufig im Vorfeld und im Verlauf von Gerichtsverhandlungen nicht deutlich. Deshalb zeigt sich das tatsächliche Ausmaß der Konsumproblematik eines/einer Probanden/-in häufig erst während der Betreuung durch die Jugendbewährungshilfe, wenn die Einhaltung getroffener Vereinbarungen und die Umsetzung entwickelter Perspektiven durch den jungen Menschen hinter dem häufig alltagsbestimmenden Gebrauch und der Beschaffung von Cannabis zurückbleibt. Dies gefährdet den Erfolg der Betreuungsarbeit und erhöht das Risiko erneuter Straffälligkeit. Das Kurskonzept wurde in Zusammenarbeit der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, der Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz sowie dem durchführenden Träger BalanX e.V. entwickelt. Die Kurse werden seit Anfang 2006 berlinweit angeboten und jeweils durch zwei in der Suchtprävention und Gruppenarbeit erfahrene Sozialpädagogen/-innen geleitet. Das Gruppentraining erstreckt sich über einen Zeitraum von zehn Wochen mit je einem Abendtermin pro Woche; hierzu zählen acht Gruppentermine und zwei Einzelgespräche. Das Kursangebot reicht damit in Zielstellung und Umfang über vergleichbare Angebote hinaus und ist in seinen Rahmenbedingungen spezifisch auf die Besonderheiten der beschriebenen Zielgruppe ausgerichtet. Es ist ein sekundärpräventives Angebot zur Reflexion des Umgangs mit Cannabis sowie zur Motivation zu einer Verhaltensänderung bzw. Konsumreduzierung. Dabei sollen die Auseinandersetzung der Teilnehmer/innen mit einem tabuisierten Thema gefördert, die Bereitschaft zur Annahme weiterführender Unterstützung erhöht und nicht zuletzt zukünftige Straftaten verhindert werden.
Info: www.balanx-berlin.de
Kontakt: Herr Eilsberger unter 030-60978350 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Frau Feldman unter 030-901989206 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Neues aus...

... der Schule

Gewaltpräventionsbericht 2009/2010
Die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung hat den Bericht zur Gewaltprävention und Krisenintervention an Berliner Schulen für das Schuljahr 2009/2010 herausgegeben. Die Zahl der Meldungen von Gewaltvorfällen und Notfällen hat im Vergleich zum Vorjahr um 13% abgenommen. Seit dem Schuljahr 2009/10 sind die „Notfallpläne für die Berliner Schulen“ das zentrale Bezugssystem des Melde- und Hilfeverfahrens. Als Neuerung zum vorherigen Vorgehen sind beispielsweise in den Notfallplänen entsprechende Handlungsempfehlungen für die Schule zu finden. Weil die Schulen nun gleichzeitig mit der Meldung schulpsychologische Hilfe anfordern können, kann das veränderte Verfahren nicht mehr ausschließlich als meldeorientiert, sondern als verstärkt bewältigungsorientiert bezeichnet werden.
Info: http://www.berlin.de/sen/bwf/... und http://www.berlin.de/imperia/md...

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Publikationen und Dokumentationen

Aktualisierte Ausgabe „Erwischt – was nun?“
Die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung hat die Broschüre „Erwischt – was nun?“ als aktualisierte Ausgabe herausgegeben. Das Informationsheft wendet sich vorrangig an junge Menschen, die eine Straftat begangen haben oder denen eine vorgeworfen wird. Es zielt vorrangig darauf ab, Wissen zum Ablauf eines Jugendstrafverfahrens zu vermitteln sowie Unterstützungsangebote aufzuzeigen. Die Broschüre kann bei den Jugendgerichtshilfen, bei der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung oder auch bei der Clearingstelle Jugendhilfe/Polizei angefordert werden.
Info und Kontakt: Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung unter 030-902275594


Programm Deutscher Präventionstag 2011
Der kommende 16. Deutsche Präventionstag findet vom 30.05. bis 31.05.2011 zum Thema „Neue Medienwelten – Herausforderungen für die Kriminalprävention?“ in Oldenburg statt (wir berichteten). Das Kongressprogramm des 16. Deutschen Präventionstages ist nun erschienen.
Info: http://www.praeventionstag.de/kriminalpraevention/...


Dokumentation des 10. Berliner Präventionstages „Evaluation und Qualitätsentwicklung in der Gewalt- und Kriminalitätsprävention“
Der 10. Berliner Präventionstag trug den Titel „Evaluation und Qualitätsentwicklung in der Gewalt- und Kriminalitätsprävention“ (wir berichteten). Mit dem „Berliner Forum Gewaltprävention“, Heft 41 der Landeskommission Berlin gegen Gewalt liegt nun die Dokumentation dieser Veranstaltung vor, die u. a. eine Einführung zu Entwicklungen, Problemen, Stärken und Schwächen der Evaluation und Qualitätsentwicklung in der Gewalt- und Kriminalitätsprävention enthält. Auch Beiträge aus den diversen Foren, z. B. zu verschiedenen Formen von Evaluationen sind abgedruckt.
Info und Kontakt: http://www.berlin.de/lb/lkbgg/bfg/2010/nummer_41.html


Neue Ergebnisse einer Auswertung von Modellprojekten zur Steigerung von Erziehungs- und Konfliktlösungskompetenz
Jugendliche Migranten sind statistisch überproportional häufig an Gewaltdelikten beteiligt. Vor diesem Hintergrund hat die Landeskommission Berlin gegen Gewalt von 2008 bis 2009 mehrere Modellprojekte gefördert, die vorrangig darauf abzielen, die Erziehungskompetenz von Eltern mit Migrationshintergrund zu stärken und/oder die Konfliktlösungskompetenz von männlichen Jugendlichen und Kindern mit Migrationshintergrund zu verbessern. Camino gGmbH führte dabei die wissenschaftliche Begleitung der Projekte durch. Im „Berliner Forum Gewaltprävention“, Heft 43 liegen nun die Ergebnisse dieser Evaluation vor. Der Bericht der Landeskommission Berlin gegen Gewalt liefert u. a. Hinweise darauf, welche Strategien für den Zugang zur genannten Zielgruppe Erfolg versprechend sind. Von zentraler Bedeutung sind dabei u. a. nicht nur persönliche Ansprachen, sondern auch getrennte Angebote für Männer und Frauen.
Info und Kontakt: http://www.berlin.de/imperia/md/content/lb-lkbgg/bfg/nummer43/bfg_43_neu.pdf


Dokumentation „Frühe Hilfen auch für Jugendliche? Gilt der Schutzauftrag § 8a SGB VIII bis zur Volljährigkeit?“
Die Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe im Deutschen Institut für Urbanistik (AGFJ) richtete im Oktober 2010 die Veranstaltung „Frühe Hilfen auch für Jugendliche? Gilt der Schutzauftrag § 8a SGB VIII bis zur Volljährigkeit?“ aus. Aktuell ist die dazugehörige Dokumentation erschienen, die die Themen der Tagung rund um frühe Hilfen und Kinderschutz – u. a. den Stand der Umsetzung des § 8a SGB VIII in der Praxis, mögliche Gefährdungslagen Jugendlicher und Konzepte für Jugendliche im Kinderschutz – beinhaltet.
Info und Kontakt: http://www.fachtagungen-jugendhilfe.de/veranstaltungen/bestellungen.phtml
ISBN: 978-3-931418-85-4

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Veranstaltungen und Termine

„Eine Hand ist keine Faust“ 2011
Bereits seit 2004 wird das Präventionsprojekt der Berliner Polizei „Eine Hand ist keine Faust“ mit Berliner Oberschulen im Vorfeld des 30.04. und des 01.05. durchgeführt. Im Rahmen einer Unterrichtseinheit wird unter anderem die geschichtliche Entwicklung der so genannten Maikrawalle vorgestellt, um schließlich über das korrekte Verhalten bei Versammlungen zu informieren sowie gemeinsam Gewaltphänomene zu diskutieren. In Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Berlin werden den jugendlichen Schülern/-innen zudem Fälle und Urteile aufgezeigt, um die rechtliche Tragweite von typischen Straftaten in diesem Zusammenhang aufzuzeigen. Das Projekt wird in diesem Jahr vom 28.03. bis 15.04.2011 vorrangig allen Schulen in Pankow und Reinickendorf angeboten. Um rechtzeitige telefonische Anmeldung wird gebeten.
Info und Kontakt: Der Polizeipräsident in Berlin, Direktion 1 Stab 42 – Öffentlichkeitsarbeit und Prävention – unter 030-4664-104200


Vortrags- und Diskussionsveranstaltung der DVJJ, Landesgruppe Berlin

Die Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e.V. (DVJJ e.V.), Landesgruppe Berlin, lädt zum Vortrags- und Diskussionsabend mit dem Thema „What works? Oder: Wie können wissenschaftlich fundierte Reaktionen auf Jugenddelinquenz aussehen?“ ein. Wenn die Jugendkriminalpolitik wieder einmal im Fokus der veröffentlichten Meinung und Kritik steht, werden regelmäßig Maßnahmen und Veränderungen diskutiert oder sogar eingeführt, die stark symbolischen Charakter haben. Ob solche Maßnahmen in der gerichtlichen und sozialarbeiterischen Praxis als nützlich angesehen werden, ist eine andere Frage. Im alltäglichen Umgang mit straffällig gewordenen jungen Menschen wäre es hilfreicher, zu wissen, welche Programme tatsächlich Erfolg versprechend sind, welche wirkungslos oder welche Interventionen womöglich sogar das Gegenteil dessen bewirken, was eigentlich beabsichtigt war. In einem Vortrag wird vorgestellt, wie die aus den USA kommende Bewegung „What works?“ zu ihren Ergebnissen kommt. Anhand von Beispielen aus dem Bereich der Jugendkriminalprävention kann diskutiert werden, was von dort über die Wirksamkeit von Programmen auch in der Bundesrepublik gelernt werden kann. Die Veranstaltung findet am 12.04.2011 um 19.30 Uhr im Roten Rathaus, Eingang Jüdenstraße, im Saal 338 statt.


„Datenschutz und berufliche Schweigepflicht in der sozialen Arbeit“

Immer wieder werden insbesondere Mitarbeiter/innen im Berufsfeld der sozialen Arbeit mit Fragen zur Datenweitergabe konfrontiert. Was anderen Behörden mitgeteilt werden darf oder sogar muss, ist häufig unklar. Vom 19.05. bis 20.05.2011 lädt die Paritätische Akademie daher zum Seminar „Datenschutz und berufliche Schweigepflicht in der sozialen Arbeit“ ein. Anhand von Beispielen aus der Praxis werden die wesentlichsten Vorschriften zur genannten Thematik vorgestellt.
Info und Kontakt: http://paritaetische-akademie.de/content/?action=view_seminar...


Seminare zur Beantragung von EU-Fördermitteln
Einige Projekte – beispielsweise im Bereich der Kriminalprävention – können durch Europäische Fördermittel unterstützt werden. Das erfolgreiche Stellen von Anträgen unter Beachtung der vorgegebenen Richtlinien ist jedoch häufig schwierig, sodass EuroConsults Seminare über die Vermittlung von Grundkenntnissen zu Europäischen Förderprogrammen sowie über das richtige Schreiben von EU-Anträgen anbietet.
Info: http://www.euroconsults.eu/index.... und http://www.euroconsults.eu/index.php?...

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Redaktionsschluss

Die nächste Ausgabe der UMSICHTEN erscheint im Mai 2011. Redaktionsschluss ist der 13.05.2011; bitte reichen Sie Ihre Beiträge bis zu diesem Termin hier ein.

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