Ausgabe 46 - 24.03.2015

UMSICHTEN - Berliner Newsletter zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz
Stiftung SPI, Clearingstelle - Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz

Inhaltsverzeichnis:

Neues aus

… der Schule
    (Kooperationsverbund Schulsozialarbeit gibt Leitlinien heraus)

... der Senatsverwaltung für Inneres und Sport

   (Start eines Deradikalisierungsprogramms)

 

Publikationen und Dokumentationen

(Wiedergutmachung in der Strafrechtspflege / "Mitreden! Kompetent gegen Islamfeindlichkeit, Islamismus und dschihadistische Internetpropaganda" / Arbeitsergebnisse des Strafverteidigertages 2015)

 

Veranstaltungen und Termine

("Klassenfeind" eine Gefängnistheaterproduktion / Trainingsseminar: "Stärke statt (Ohn-)Macht - Neue Autorität & Gewaltloser Widerstand" / Weiterbildung: "Mediation in Kita, Hort und Schule" / Vortrag: Datenschutz in der Jugendhilfe)

 

Redaktionsschluss

Herzlich Willkommen zur 46. Ausgabe der UMSICHTEN!

Liebe Leserinnen und Leser der UMSICHTEN,

ich freue mich, Sie zu unserer Frühlingsausgabe des Berliner Newsletters im Bereich der Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz willkommen zu heißen. Ich hoffe, dass Sie die eine und andere interessante Information für Ihre Arbeit hier finden werden. Wie immer freue ich mich auch besonders über Ihre Tipps, Anregungen und Fragen.

Ich wünsche Ihnen einen schönen beschwingenden Frühling!

Katharina Wengenroth

Redaktion UMSICHTEN

 

 

Neues aus

… der Schule

Kooperationsverbund Schulsozialarbeit gibt Leitlinien heraus

Die kürzlich veröffentlichten Leitlinien folgen den beiden Hauptzielen, einerseits die Sicherheit in der pädagogischen Arbeit zu festigen und andererseits die Qualität im Lern- und Lebensraum Schule zu ver-bessern. Adressaten/-innen sind daher über Schulsozialarbeiter/innen hinaus ebenfalls Lehrkräfte, Schulleitungen und alle Fachkräfte im Schulwesen und der Jugendhilfe, sowie Mitarbeiter/innen angrenzender Träger und Verbände. Unter der Überschrift „Grundsätze der Schulsozialarbeit" findet sich u. a. ein extra Unterkapitel zum Thema Prävention. Darüber hinaus werden „Aufträge, Angebote und Methoden" erläutert, wie unter anderem Schulabsentismus begegnet werden kann, es werden Deeskalations- und Konfliktlösungsstrategien aufgezeigt. Die Leitlinien geben strukturelle Rahmenbedingungen vor, um Zuständigkeiten von Trägern, Schule und Jugendamt zu klären. Die 20 Seiten umfassende Broschüre kann für 2,00 €/Stück plus Versandkosten unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! angefordert werden und steht zum Download bereit.

 

... der Senatsverwaltung für Inneres und Sport

Berlin startet Deradikalisierungsprogramm

Laut Pressemitteilung vom 18. März wird zum 1. April ein Netzwerk gegen dschihadistische Radikalisierung eingerichtet. Als zivilgesellschaftlicher Träger wird der Verein "Violence Prevention Network" eng mit dem Verfassungsschutz und der Polizei Berlin zusammenarbeiten. Das Deradikalisierungsprogramm fokussiert sich auf die sogenannten Rückkehrer, sprich auf junge Personen, von denen ein sicherheitsrelevantes Risiko ausgeht. Dschihadisten sollen von der Bereitschaft, terroristische Gewalt anzuwenden, abgebracht werden, Ausreisen sollen verhindert werden. Adressaten/-innen sind auch ausdrücklich junge Menschen, die noch keine Ausstiegsmotivation haben, aber auch Personen, die sich von der salafistischen bzw. dschihadistische Szene distanzieren wollen. Neben den Jugendlichen und jungen Erwachsenen soll auch den Eltern und Angehörigen eine Anlaufstelle geboten werden. Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport hat Wert darauf gelegt ein möglichst niedrigschwelliges Angebot zu unterbreiten.

Zur Pressemitteilung

Homepage Violence Prevention Network

 

 

Publikationen und Dokumentationen

 

Wiedergutmachung in der Strafrechtspflege – Publikation des Lehrstuhls für Kriminologie Greifswald

Die Buchveröffentlichung ist Ergebnis einer über drei Jahre erhobenen Forschung zu alternativen Formen der Konflikttransformation sowie zu Alternativen hinsichtlich gängiger gerichtlicher Strafverfahren. Das umfangreiche Werk stellt den aktuellen Entwicklungsstand wiedergutmachender Reaktionen in 36 europäischen Ländern dar. Untersucht wurden Mediation, Täter-Opfer-Ausgleich, Schadens-wiedergutmachung als Alternative zum Strafrecht, aber ebenso Strafsanktionen bis hin zu wiedergutmachungsorientierten Ausgestaltungen des Strafvollzuges im Jugend- und Erwachsenen-strafrecht. Es werden auch Praxismodelle vorgestellt, die eine Weiterentwicklung eines humanen und opferfreundlichen Straf- und Strafverfahrensrecht bieten können. Die Forscher/innen haben festgestellt, dass seitens der Justiz erhebliche Vorbehalte gegenüber wiedergutmachungs-orientierten Sanktionen bestehen. Das Forschungsteam konnte jedoch nachweisen, dass die untersuchten Alternativen äußerst effizient wirken, so zum Beispiel bei den Rückfallquoten der Straftäter/innen. Nähere Informationen finden sich auf der Homepage des Lehrstuhls von Prof. Dr. Frieder Dünkel (seit 2014 ebenfalls Präsident der European Society of Criminology (ESC)).

 

Medienpaket "Mitreden! Kompetent gegen Islamfeindlichkeit, Islamismus und dschihadistische Internetpropaganda"

Zwei Kurzfilme à 20 Minuten dienen der Sensibilisierung für Propaganda und zeigen Jugendlichen Wege auf, sich gegen Islamfeindlichkeit zu engagieren. Die Filme sind für Jugendliche ab 14 Jahren gedacht, können aber auch als Diskussions- bzw. Austauschbasis auf Elternabenden, Lehrerkollegien oder in der Sozialen Arbeit etc. genutzt werden. Junge Menschen, Muslime und Nicht-Muslime, sollen in ihrer Kompetenz gestärkt werden, Medienberichte kritisch zu hinterfragen und radikale, (freiheitsfeindliche) islamistische Propaganda zu erkennen. Das Paket wird von der Polizei herausgegeben und beinhaltet neben den Filmen auch Experteninterviews und ein Begleitheft. Weitere Informationen und Bezugsquellen finden Sie hier.

 

Ergebnisse der Arbeitsgruppe Jugendstrafrecht beim Strafverteidigertag 2015

Die Arbeitsgruppe moniert, dass der Jugendarrest eines der problematischsten Elemente des Jugendstrafrechts sei. Aus pädagogischer und aus kriminologischer Sicht seien keinerlei positive Wirkungen des Jugendarrests belegbar. Die aktuellen Rahmenbedingungen des Arrests seien defizitär. Der Strafverteidigertag fordert perspektivisch die Abschaffung der Zuchtmittelkategorie und des Jugendarrests. Dies gelte insbesondere für den Freizeit- und Kurzarrest, für den eine Legitimation selbst bei veränderten Rahmenbedingungen nicht bestehe. Der Warnschussarrest nach § 16 a JGG sei als Aufwertung dieses überkommenen Instruments des Freiheitsentzuges ebenfalls abzulehnen. Weitere Informationen zur Arbeitsgruppe finden Sie hier, die Ergebnisse des 39. Strafverteidigertages 2015.

 

 

Veranstaltungen und Termine

 

"Klassenfeind" – Eine Gefängnistheaterproduktion von aufBruch in der Jugendstrafanstalt Berlin

Am 23., 25. und 27. März finden weitere Aufführungen des Stückes statt. Es geht um neun junge Männer, die sich in einem Klassenraum befinden. Die Lehrer haben aufgegeben, ihnen etwas beibringen zu wollen. Nach kurzer Freude über die Kapitulation der Erwachsenen folgt die Langeweile und die Schüler ergreifen Eigeninitiative und unterrichten sich selber, dennoch scheint nach kurzem die Situation wieder zu eskalieren. Das Stück von Nigel Williams ist mit Videoeinspielungen und Texten von Blixa Bargeld und Jean-Paul Sartre gespickt. Informationen zu aufBruch und zum Stück finden Sie hier, Karten sind über die Kasse der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz erhältlich.

 

Trainingsseminar "Stärke statt (Ohn-)Macht – Neue Autorität & Gewaltloser Widerstand" in Schule, Jugendhilfe und Familie

Die Alice Salomon Hochschule Berlin bietet in Kooperation mit dem Berliner Institut für Soziale Kompetenz & Gewaltprävention e.V. vom 15. Juni – 5. September diesen modularen Trainingskurs an, der dem Konzept der "Neuen Autorität" folgt. Dieses wurde von dem Psychologen Prof. Dr. Heim Omer (Universität Tel Aviv) konzipiert. Es zeigt neue Wege auf, mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen umzugehen. Wie bereits der Titel verrät, wird Autorität neu definiert, Erziehungspersonen werden neue Mittel an die Hand gegeben, Regeln aufzustellen und deren Einhaltung wertschätzend durchsetzen zu können. Ein weiterer Fokus des Konzepts liegt darin, Eskalationsprozesse zu erkennen und Mittel zu erlernen, aus diesen auszusteigen.

Das Seminar richtet sich an Lehr- und Fachkräfte aus den Bereichen, Schule, Soziale Arbeit, Pädagogik, Psychologie und an alle Interessenten/-innen. Weitere Informationen und Kontakt finden Sie hier , anmelden können sie sich unter Anmeldeformular, der Anmeldeschluss ist der 19. Mai.

 

Mediation in Kita, Hort und Schule

In der professionellen, sozialpädagogischen Arbeit sind Mitarbeiter/innen häufig mit Konflikten konfrontiert. Sie müssen ausgehalten, gestaltet und gelöst werden. Die Teilnehmer/innen erlernen in dieser Weiterbildung Konfliktfälle über Mediation ressourcenorientiert und nachhaltig zu lösen und werden darüber hinaus befähigt, selbst Schülermediatoren/-innen auszubilden. Die Streit- und Konfliktstruktur an Schulen soll langfristig umgestaltet werden, daher versteht sich die Weiterbildung als präventives Instrument, um verbale und körperliche Gewalt zu vermeiden. Die Weiterbildung orientiert sich an den Richtlinien und Standards des Bundesverbandes für Mediation. Die Teilnehmenden erhalten ein Zertifikat. Der modular gestaltete Kurs beginnt am 17. April und endet mit einem Kolloquium am 3. Juli. Weitere Informationen finden Sie hier, für die Weiterbildung kann eine Bildungsprämie beantragt werden.

 

Datenschutz in der Jugendhilfe

Die AHB Lichtenberg gGmbH plant eine Veranstaltung zum Thema Datenschutz für alle Fachkräfte, die im Jugendhilfebereich tätig sind, um Verunsicherungen bei der Weitergabe personenbezogener Daten auszuräumen. Es soll geklärt werden, was unter welchen Umständen an Dritte, z. B. Gutachter, Gerichte, Verfahrensbeistände, Polizei, Schulen, Jugendhilfe im Strafverfahren, weitergegeben werden darf oder gar muss. Wann gilt die Schweigepflicht? Wann und wie muss eine Schweigepflichtsentbindung eingeholt werden? Unklarheiten und Fragen wird Frau Dr. Federrath (Referentin beim Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit) aus dem Weg räumen. Die Veranstaltung ist erst für den 7. Oktober geplant, aber die Initiatorin möchte zwecks Planung frühzeitig eruieren, mit wie vielen Teilnehmern/-innen zu rechnen ist und bietet darüber hinaus die Möglichkeit an, ihr vorab konkrete Fragen zu schicken. Anmeldung zur Veranstaltung und Fragestellungen/Fälle können Sie an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! senden.

 

 

Redaktionsschluss

Die nächste Ausgabe der UMSICHTEN erscheint Ende Mai 2015. Redaktionsschluss ist der 25. Mai 2015; bitte reichen Sie Ihre Beiträge bis zu diesem Termin hier ein.

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