Ausgabe 49 - 23.10.2015

UMSICHTEN - Berliner Newsletter zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz
Stiftung SPI, Clearingstelle - Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz

Inhaltsverzeichnis:

Neues aus

… der Jugendhilfe

(Beratungsstelle BAHIRA zur Radikalisierungsprävention in Şehitlik Moschee eröffnet / Neues Projekt: „Aktiv gegen Salafismus und Antisemitismus“ / Online-Plattform: „Suse – sicher und selbstbestimmt Frauen und Mädchen mit Behinderung stärken“)

… anderen Bereichen

(Vier Kinderschutzambulanzen in Berlin ab 2016)

Publikationen und Dokumentationen

(Bericht der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention „Jugendgewalt und Prävention in Berlin – Befunde, Konzepte, Perspektiven“ / Infoblatt Nr. 68 „Standards in den Arbeitsbeziehungen der Jugendhilfe im Strafverfahren/Jugendgerichtshilfe (JGH) zu der Jugendarrestanstalt und den für den Jugendvollzug zuständigen Haftanstalten in Berlin (Teil 1))

Veranstaltungen und Termine

(Diversity-Fachtagung „Besonders Normal“ am 06.11.2015 im Rathaus Charlottenburg / Fachgespräch: „Erziehung im Kontext rechtsextremer Milieus – eine Frage von Kindes-wohlgefährdung?“ am 20.11.2015 / Fachtagung: Systemsprenger verhindern – Wie werden die Schwierigen zu den Schwierigsten?)

Redaktionsschluss

(30.11.2015)

Herzlich Willkommen zur 49. Ausgabe der UMSICHTEN!

Liebe Leserinnen und Leser der UMSICHTEN,

das Wetter wird kühler, die Bäume verlieren langsam ihre Blätter und die Tage werden kürzer. In der Herbstausgabe der UMSICHTEN informieren wir Sie über neue Projekte, unter anderem aus dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, und möchten Ihnen zwei lesenswerte Publikationen ans Herz legen. Zudem haben wir wieder einige interessante Hinweise zu kommenden Veranstaltungen für Sie zusammengestellt. Die Mitarbeiterinnen der Clearingstelle freuen sich, wie immer, über Ihre Hinweise für die nächste Ausgabe.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen der UMSICHTEN, dem Berliner Newsletter zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz und weiterhin einen angenehmen Herbst.

Katharina Wengenroth/Mauri Paustian
Redaktion UMSICHTEN

 

Neues aus

… der Jugendhilfe

Beratungsstelle BAHIRA zur Radikalisierungsprävention in Şehitlik Moschee in Neukölln eröffnet
BAHIRA ist ein Kooperationsprojekt vom Violence Prevention Network (VPN), dem Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) sowie der DITIB-Şehitlik Türkisch-Islamischen Gemeinde zu Neukölln e.V.
Die Şehitlik Moschee hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen Anlaufpunkt für unterschiedliche Institutionen und gesellschaftliche Akteure entwickelt. Sie bietet Seminare, Workshops, Führungen und Vorträge in den Bereichen Jugend- und Frauenarbeit sowie Prävention an. Zugleich lernen muslimische Jugendliche in der Moschee ihre Religion kennen, werden dazu angeregt, ihr religiöses Wissen zu reflektieren und erhalten ein friedliches und tolerantes Verständnis vom Islam. Innerhalb der Şehitlik Moschee und darüber hinaus hat das Modellprojekt BAHIRA das Ziel, zur Sensibilisierung und Qualifizierung von Moscheegemeinden zum Thema Radikalisierungsprävention beizutragen. Zugleich beabsichtigt BAHIRA, die Moscheegemeinden als Orte und als „Anbieter“ von Radikalisierungsprävention zu etablieren.
Die Angebote der Beratungsstelle sind grundsätzlich für alle Menschen gedacht, die Beratung oder Unterstützung in der Auseinandersetzung mit religiös begründetem Extremismus benötigen. Im Speziellen soll auch jungen Menschen geholfen werden, die im Radikalisierungsprozess stecken sowie „Ausstiegswillige“.
Projektinfos und Flyer-Download

Neues Projekt: „Aktiv gegen Salafismus und Antisemitismus“ gestartet
Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, das LISUM und das American Jewish Committee haben das Modellprojekt „Aktiv gegen Salafismus und Antisemitismus“ für die Berliner Schule gestartet. Es wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ gefördert.
Im Rahmen des Projekts werden sich 25 Lehrkräfte aus 15 Schulen über zwei Jahre präventiv mit dem Thema islamistische Radikalisierung auseinandersetzen. Die Fortbildung findet in pädagogischen Werkstätten unter Einbeziehung von pädagogischen Experten statt. Schwerpunkte in diesem Schuljahr sind u. a. die Themen Strategien zum Umgang mit islamistischer Radikalisierung im Unterricht, ideologische Grundlagen des Salafismus, Geschlechter- und Familienbilder im Salafismus, Auseinandersetzung mit Medien und Propaganda im Bereich islamistischer Radikalisierung. Als Ergebnisse werden u. a. neue Unterrichtsmaterialien entwickelt und pädagogische Strategien der Beratung und Vernetzung erprobt, die dann auf alle Schulen erweitert werden können. Durch die Arbeit im Projekt sollen Prozesse der Anerkennung, Selbstwirksamkeit und Verantwortungsübernahme, aber auch der Abgrenzung und Positionierung in den pädagogischen Einrichtungen systematisch gefördert werden.
Pressemitteilung und Kontakt

Online-Plattform: „Suse – sicher und selbstbestimmt Frauen und Mädchen mit Behinderung stärken“
Das bundesweite „Suse“-Projekt, unter Trägerschaft des Bundesverbandes Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe – Frauen gegen Gewalt e.V (bff), startete zu Beginn 2014. Seit August dieses Jahres gibt es die dazugehörige Online-Plattform, die über den Weg der Aufklärung einen Beitrag zur Gewaltprävention leistet, um Mädchen vor Übergriffen besser schützen zu können. Die Seite informiert über die zahlreichen Formen von Gewalt und bietet einen schematischen Überblick über einzelne Themenbereiche. So sind z. B. über die Buttons „Beratung, Schutz, Hilfe bei Gewalt“, „Selbsthilfegruppen“ und „Selbstverteidigung/Selbstbehauptung“ nach Eingabe einer Postleitzahl alle verfügbaren Ansprechpartner/innen in der Nähe sofort einsehbar.
Suse-Plattform

 

… anderen Bereichen

Vier Kinderschutzambulanzen in Berlin ab 2016
Ab dem 1. Januar 2016 wird das Land Berlin sein Netzwerk Kinderschutz um vier Kinderschutzambulanzen erweitern. Dieser Senatsbeschluss soll die flächendeckende Versorgung mit medizinischem, psychologischem und sozialpädagogischem Fachpersonal gewährleisten. Fälle, bei denen die Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung schwierig ist, sollen durch ärztliche Expertise in den Ambulanzen zweifelsfreier beurteilt werden können und somit einen wichtigen Beitrag zur Gefahrenabwehr leisten. Die Kinderschutzambulanzen richten sich an alle Professionen, die mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt stehen und einen Verdacht auf Kindesmisshandlung hegen. Jedes Verdachtsmoment, ob es sich um akute oder chronische, körperliche oder seelische Misshandlung oder Vernachlässigung handelt, soll überprüft werden, damit den Kindern möglichst zu einem frühen Zeitpunkt geholfen werden kann. Die Ambulanzen sollen in vier der acht Kinderkliniken Berlins angesiedelt werden.
Pressemitteilung

 

Publikationen und Dokumentationen

Bericht der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention „Jugendgewalt und Prävention in Berlin – Befunde, Konzepte, Perspektiven“
Die Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention, die von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Landeskommission Berlin gegen Gewalt, im Juli 2013 eingerichtet wurde und unter anderem damit beauftragt wurde, eine erweiterte Bestandsaufnahme zur Umsetzung und Wirkung des Gesamtkonzepts zur Reduzierung der Jugendgewalt durchzuführen, hat nun ihren Gesamtbericht für das Jahr 2014 veröffentlicht. Die Studie zeigt im ersten Teil vorrangig die aktuellen Befunde der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention über das Aufkommen und die Ausprägungen von Jugendgewalt in Berlin. Der zweite Teil des Berichtes untersucht die tatsächliche Umsetzung und Bewährung des Gesamtkonzeptes seit seiner Verabschiedung im Jahr 2011. Ein Ergebnis des Berichts ist, dass das Gesamtkonzept ressortübergreifend weiterentwickelt werden muss, um Gewaltdelinquenz bei Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden weiter zu reduzieren.
Pressmitteilung
Bericht

Infoblatt Nr. 68 „Standards in den Arbeitsbeziehungen der Jugendhilfe im Strafverfahren/Jugendgerichtshilfe (JGH) zu der Jugendarrestanstalt und den für den Jugendvollzug zuständigen Haftanstalten in Berlin (Teil 1)"

Das Infoblatt Nr. 68 der Clearingstelle thematisiert die Standards in den Arbeitsbeziehungen der Jugendhilfe im Strafverfahren/Jugendgerichtshilfe (JGH) zu der Jugendarrestanstalt (JAA) und den für den Jugendvollzug zuständigen Haftanstalten in Berlin. In den ersten der insgesamt 10 Seiten des Infoblattes werden die gesetzlichen und verwaltungsrechtlichen Vorgaben beschrieben und skizziert wie es zur Entwicklung von eigenen Standards der Jugendhilfe im Strafverfahren für die Betreuung von aus der Haft entlassenen jungen Menschen in Berlin gekommen ist. Der zweite Teil benennt und erläutert die Standards an mehreren realitätsnahen Beispielen aus Sicht einer Sozialarbeiterin, die in der Jugendarrestanstalt Berlin arbeitet. Der dritte Teil verdeutlicht die Sicht eines Berliner Jugendgerichtshelfers, der selbst aktiv an der Entwicklung der Standards beteiligt war. Anhand eines Beispiels aus der Praxis erläutert er, welche „praktikable Grundlage“ die Standards in Bezug auf die Zusammenarbeit der beteiligten Akteure aus der Jugendarrestanstalt und der JGH sein können.
Infoblatt Nr. 68
Übersicht über alle Infoblätter der Clearingstelle

 

Veranstaltungen und Termine

Diversity-Fachtagung „Besonders Normal“ am 06.11.2015 im Rathaus Charlottenburg
Berlin ist eine Stadt der Vielfalt. So vielfältig wie die Menschen, die hier leben. Die Fachtagung „Besonders Normal“ stellt die Unterschiedlichkeit in den Mittelpunkt und beleuchtet insbesondere den Diversity-Ansatz. Mit einem fachlichen Input, einer Podiumsdiskussion und vier Workshops wird das Leben mit Vielfalt aus theoretischer und praktischer Sicht betrachtet.
Die Teilnahme an der Fachtagung ist kostenfrei, sie richtet sich im Besonderen an Fachkräfte der Jugendhilfe, Multiplikatoren/-innen und ältere Schüler/innen sowie andere Interessierte. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Volkshochschule City West und des Mobilen Beratungsteams „Ostkreuz“ der Stiftung SPI statt. Wie Sie sich anmelden können, entnehmen Sie bitte dem untenstehenden Link.
Flyer

Fachgespräch: „Erziehung im Kontext rechtsextremer Milieus – eine Frage von Kindeswohlgefährdung?“ am 20.11.2015
Die Amadeu Antonio Stiftung lädt Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe und andere Interessierte kostenlos zu einem Informationsvormittag zum Umgang mit Eltern rechtsextremer Gesinnung ein. Es soll erörtert werden, ab wann die Wertevorstellungen der Eltern eine Kindeswohlgefährdung darstellt und wie diese in diesem Kontext zu erkennen sind.
Informationen

Fachtagung: „Systemsprenger verhindern - Wie werden die Schwierigen zu den Schwierigsten?“ vom 03. – 04.12.2015 in Berlin
Die Fachtagung widmet sich den Interventionsmöglichkeiten bei jugendlichen „Systemsprengern“, unter dem speziellen Gesichtspunkt früh eingreifender Präventionsmaßnahmen bezüglich devianten und delinquenten Verhalten. Die Arbeitsgruppe Jugendhilfe des Deutschen Instituts für Urbanistik organisiert die Fachtagung, um den Fachkräfteaustausch zwischen den beteiligten Akteuren zu befördern. Ziel ist es die Verständigungsebenen über eine praxisnahe Diskussion weiter zu verbessern. Zunächst sollte sich darüber verständigt werden, wer mit „Systemsprengern/-innen“ gemeint ist. Daraufhin werden biografische Risikofaktoren (früh)kindlicher Entwicklung erörtert. Gibt es die Möglichkeit, Risikofamilien bzw. Hochrisikogruppen gezielt zu bestimmen? Und vor allem ist das sinnvoll?
Die Tagung richtet sich an Fachkräfte der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe, der Kinder- und Jugendpsychiatrie, an Schulsozialarbeiter/innen und Sonderpädagogen/-innen an, in deren Mittelpunkt die Auseinandersetzung mit der Dynamik des Scheiterns für „schwierige“ Kinder und Jugendliche steht, deren Schwerpunkt aber ganz klar auf Prävention liegt. Anmeldeschluss ist der 20.11.15, die Teilnahme kostet 140 €.
Infos
Anmeldung

 

Redaktionsschluss

Die nächste Ausgabe der UMSICHTEN erscheint im Dezember 2015. Redaktionsschluss ist der 30.11.2015; bitte reichen Sie Ihre Beiträge bis zu diesem Termin hier ein.

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