Ausgabe 57 - 11.05.2017

UMSICHTEN - Berliner Newsletter zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz
Stiftung SPI, Clearingstelle - Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz

Inhaltsverzeichnis:

Herzlich Willkommen

Neues aus ...

Publikationen und Dokumentationen
(Berlin wächst – Kriminalität nicht: Berichte zur Polizeilichen Kriminalstatistik / Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (Kinder- und Jugendstärkungsgesetz – KJSG) / Studie zum Warnschussarrest / Rückgang von Jugendkriminalität: Niederländischer Bericht (März 2017))

Veranstaltungen und Termine
(30. Deutsche Jugendgerichtstag – Tagungsprogramm online / 22. Deutscher Präventionstag)

Redaktionsschluss
(23. Juni 2017)

 

 

Herzlich willkommen zur 57. Ausgabe der UMSICHTEN!

Liebe Leserinnen und Leser der UMSICHTEN,

in der aktuellen Ausgabe der UMSICHTEN, dem Berliner Newsletter zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz, haben wir wieder einige interessante aktuelle Meldungen für Sie zusammengefasst. Das Hauptaugenmerk dieser Ausgabe liegt auf einigen lesenswerten Publikationen, die wir Ihnen ans Herz legen möchten.

Sollten Sie Interesse haben, einen eigenen Artikel bei uns zu veröffentlichen, dann nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf!

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen der UMSICHTEN.

Mauri Paustian
Redaktion UMSICHTEN

 

Neues aus...

 
... der Clearingstelle

Neue Adresse
In eigener Sache: Die Clearingstelle – Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz der Stiftung SPI ist umgezogen. Seit April 2017 finden Sie uns, gemeinsam mit weiteren Projekten der Stiftung SPI, in der Frankfurter Allee 35-37, Aufgang C in 10247 Berlin. Telefonisch sind wir, wie gewohnt, unter 030.4490154 erreichbar und stehen Ihnen für Fragen im Bereich der Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz und angrenzenden Themen zur Verfügung. Gerne können Sie uns auch zu unseren weiteren Angeboten kontaktieren. Diese finden Sie auf der Seite der UMSICHTEN oder der Homepage der Stiftung SPI.

Info: http://www.clearingstelle-netzwerke-zur-praevention.de/ueber-uns/unsere-angebote.html 
Info: http://www.stiftung-spi.de/projekte/clearingstelle/


Publikationen und Dokumentationen

Berlin wächst – Kriminalität nicht: Berichte zur Polizeilichen Kriminalstatistik
Im März 2017 stellten Berlins Innensenator Andreas Geisel und Polizeipräsident Klaus Kandt die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2016 vor. Bei der PKS handelt es sich um eine statistische Zusammenstellung aller der Polizei bekannt gewordenen strafrechtlichen Sachverhalte. In Bezug auf die Jugendgruppengewalt wurde hervorgehoben, dass diese ein weiteres Jahr in Folge gesunken sei (Minus 7 %). Einen Anstieg stellte die Polizei jedoch bei angezeigten Straftaten in Bussen und Bahnen fest. Dies liege vor allem an Taschendiebstählen. Diese seien auch insgesamt, trotz zahlreicher Präventionsanstrengungen, vermehrten Festnahmen und einer verbesserten Zusammenarbeit mit der Justiz, erneut um 10,7 % gestiegen. Leicht positiv stellt sich die Entwicklung bei Wohnraum-Einbrüchen im Bereich der Jugendgruppengewalt dar. Die PKS kann als Kurzbericht auf der Seite der Senatsverwaltung kostenlos heruntergeladen werden.

Pressebericht: https://www.berlin.de/sen/inneres/presse/pressemitteilungen/2017/pressemitteilung.570324.php 
Kurzbericht: https://www.berlin.de/sen/inneres/sicherheit/polizei/kriminalstatistiken-und-lagebilder/2016/artikel.514326.php 

Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (Kinder- und Jugendstärkungsgesetz – KJSG)
Die Reform des SGB VIII ist im vollen Gange (wir berichteten). Seit dem 12. April dieses Jahres liegt ein Regierungsentwurf vor. Der Vorstand der Deutschen Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfen e. V. (DVJJ) hat hierzu nun eine Stellungnahme veröffentlicht. In dieser wird auf die unmittelbar für den Schnittstellenbereich von SGB VIII und JGG bzw. die Zielgruppe straffälliger junger Menschen relevanten Punkte eingegangen. Genauer werden in der Stellungnahme hauptsächlich der § 41 SGB VIII also die Hilfen für junge Volljährige und Nachbetreuung sowie der § 52 SGB VIII thematisiert, in welchem die Mitwirkung in Verfahren nach dem Jugendgerichtsgesetz geregelt ist. Die Stellungnahme findet sich auf der Seite der DVJJ.

Info: http://www.dvjj.de/veroeffentlichungen/stellungnahmen

Stellungnahme:
http://www.dvjj.de/sites/default/files/medien/imce/documente/veroeffentlichungen/stellungnahmen/stellungnahme_des_dvjj-vorstands_zum_referentenentwurf_fuer_ein_kinder-_und_jugendstaerkungsgesetz.pdf

Studie zum Warnschussarrest
Seit 2013 ist es möglich gegen jugendliche Straftäterinnen und Straftäter einen Arrest nach § 16a JGG zu verhängen. Die Uni Kassel und das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) haben nun Ergebnisse ihrer im Auftrag des Bundesjustizministeriums durchgeführten Studie zur Wirksamkeit dieser strafrechtlichen Sanktion veröffentlicht. Für die Studie wurden in 27 zufällig ausgewählten Landgerichtsbezirken insgesamt rund 1800 Jugendstrafakten analysiert, bei denen eine Bewährungsstrafe verhängt wurde. In etwa zwölf Prozent aller untersuchten Fälle wurde neben der Jugendstrafe gleichzeitig ein Arrest nach § 16a JGG angeordnet. Eine klare Zielgruppe konnte die Forschungsgruppe nicht ausmachen, jedoch bemerkten sie regionale Unterschiede. Das Hauptergebnis der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist, dass diese Form von Arrest nicht zu einem Abwenden von Kriminalität führt. Die Rückfallquote der Jugendlichen, die ihn verbüßt hätten, sei genauso hoch wie die Quote derer, die keinen Arrest verbüßten. Etwa jeder dritte Verurteilte sei während oder nach der Bewährung wieder straffällig in Erscheinung getreten.
Der Kurzbericht, der ausführlichere  Abschlussbericht und ein Thesenpapier zum § 16a JGG können auf der Seite des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz heruntergeladen werden.

Info: http://www.bmjv.de/DE/Ministerium/ForschungUndWissenschaft/JGG/JGG_node.html

Rückgang von Jugendkriminalität: Niederländischer Bericht (März 2017)
Die Wissenschaftler Bert Berghuis und Jaap De Waard haben einen Bericht herausgegeben, in welchem sie die Ursachen zum erstaunlichen Rückgang der Jugendkriminalität um 60 % bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren in den Niederlanden seit 2007 diskutieren. Sie stellen diesen Trend auch in anderen westeuropäischen Ländern fest. Als Grund für den Rückgang der Kriminalitätsrate bei jungen Menschen nennen die beiden Autoren zum einen eine verbesserte Polizeiarbeit und die damit verbundenen Präventionsmaßnahmen. Zum anderen die verbesserte Sicherheit von Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen (target hardening). Gerade jugendtypische Straftaten, wie Ladendiebstahl oder Einbruch in PKW`s, konnten durch verbesserte Sicherheitsvorkehrungen – und die damit einhergehende erhöhte Entdeckungswahrscheinlichkeit – verringert werden. Relevant für den Rückgang sei zudem der gesunkene Konsum von Drogen, darunter größtenteils von Cannabis und Alkohol. Als weiteren Grund nennen die Autoren einen sich ändernden Lebensstil von Jugendlichen. Junge Menschen besitzen fast alle ein Smartphone und verbringen deutlich mehr Zeit mit technischen Geräten. Dies führe jedoch auch dazu, dass sie sich dadurch weniger im öffentlichen Raum aufhalten würden und somit weniger Straftaten begingen. Die Studie ist auf der Seite des Fachverbandes für Soziale Arbeit, Strafrecht und Kriminalpolitik zu finden.  

Info: http://dbh-online.de/index.php?id=894 

 

Veranstaltungen und Termine

30. Deutsche Jugendgerichtstag – Tagungsprogramm online
Vom 14. September bis 17. September 2017 findet der 30. Deutsche Jugendgerichtstag statt (wir berichteten). Es handelt sich um die zentrale Tagung für alle Berufsgruppen, die am Jugendstrafverfahren mitwirken, mit straffällig gewordenen jungen Menschen arbeiten oder sich wissenschaftlich mit Fragen der Jugendkriminalität und der Jugendstrafrechtspflege befassen. Das umfassende Tagungsprogramm ist nun online und kann auf der Seite der DVJJ heruntergeladen werden. Eine Anmeldung zum Jugendgerichtstag ist noch möglich.

Info: http://www.dvjj.de/sites/default/files/medien/imce/documente/veranstaltungen/jugendgerichtstage/JGT2017/jgt_2017_-_programmheft_hp.pdf 

22. Deutscher Präventionstag
Bereits zum 22. Mal tagt der Deutsche Präventionstag. Am 19. und 20. Juni 2017 werden die Teilnehmenden in Hannover die Möglichkeit haben, sich mit dem diesjährigen Schwerpunktthema "Prävention & Integration" zu befassen. Das Kongressprogramm ist breitgefächert und bietet neben klassischen Vorträgen und Arbeitsgruppenangeboten auch verschiedene Ausstellungsformate und ein Bühnenprogramm. Die gastgebenden Veranstaltungspartner sind das Land Niedersachsen, die Landeshauptstadt Hannover und der Landespräventionsrat Niedersachsen (LPR). Das Kongressticket kostet regulär 115 EUR, die Tageskarte 85 EUR. Weitere Informationen zur Anmeldung sowie das  Programm sind auf der Seite des Deutschen Präventionstages einsehbar.

Info: http://www.praeventionstag.de/ 

 

Redaktionsschluss

Die nächste Ausgabe der UMSICHTEN erscheint im Juni 2017. Redaktionsschluss ist der 23. Juni 2017; bitte reichen Sie Ihre Beiträge bis zu diesem Termin hier ein.

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